Zum Tourismus in der Schleiregion

Strandleben an der Schlei © Karin Diestel

Interview mit einer Touristin

Wie erfährt man eigentlich, wer uns besucht und was ihn bewegt wieder herzukommen? Das fragen sich jährlich ja nicht nur die Touristiker in ihren Einrichtungen, sondern landauf landab wird von berufener Seite analysiert, registriert und ausgewertet. Das Ergebnis hat einen gewissen, immer aber nur statistischen Wert. Ich hingegen wollte wissen, was hat diesen einen einzelnen Menschen bewogen, Schleswig und die Schleiregion kennenzulernen? Das nämlich fängt keine Statistik ein: Das Besondere des Einzelfalles aufzufinden und das darin sich zeigende Allgemeine liebevoll aufzubereiten. Umso mehr ist solches für den Tourismus allerorten von Bedeutung, spiegelt sich in den vielen jährlichen Statistiken doch nur wider, wer kurzfristig mal unser Land und seine Regionen aufgesucht hat und dabei in Betrieben mit wenigstens mehr als sieben Betten, also Hotels und Pensionen, übernachtet hat.
Die Privatvermieter stellen mit ihren oft nur 2 – 4 Betten jedoch immer noch die Mehrheit der Unterkünfte im Lande dar. Also suchte ich einen Gast, die Privatvermieter aufsucht – und fragte:

Mögen Sie sich kurz vorstellen?

Ich heiße Eva S. und wohne im Schwabenland im Kreis Ludwigsburg in der Nähe von Stuttgart.

Erinnern Sie sich noch an den Grund, dessentwegen es Sie das allererste Mal nach Schleswig verschlug?

Ich war damals verliebt in jemanden, der in der Nähe von Schleswig wohnte. Das machte mich neugierig und ich habe mich mal mit der Gegend beschäftigt und bin dann schließlich auch hingefahren. Das war 1981!

Haben Sie bei Ihrem ersten Besuch unsere Stadt und unsere Landschaft so erlebt, wie Sie die sich vorgestellt haben?

Ja, meine Erwartungen bezüglich der Landschaft, der Region und der Stadt wurden voll erfüllt.

Seitdem kommen Sie regelmäßig wieder, gab es weitere Anreize?

Ich habe mich in Schleswig und Schleswig-Holstein verliebt. Ich mag die Vielfalt, die man gerade in Schleswig hat, die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit an der Nord- oder Ostsee oder an der Schlei zu sein, oder aber im schönen Schleswig zu bleiben!

Sind Sie allein oder in Gesellschaft gereist?

Teils – teils. Ich war einige Male alleine da, aber auch mit Freundin oder mit Partner.

Wie haben Sie gewohnt?

Meine allererste Unterkunft war ein Privatzimmer in Brodersby, romantisch unterm Reetdach. Später habe ich meist in Ferienwohnungen gewohnt. Vom Wikingturm über den Holm bis zu Ihnen. Es war immer wieder anders, aber eigentlich immer wieder schön!

Gäbe es etwa, von dem Sie mit Gewissheit sagen: Ja das würde mich schon reizen für einige Urlaubstage herzukommen? Üben in diesem Zusammenhang das Danewerk als Weltkulturerbe und Schleswig als Wikingerstadt einen zusätzlichen Reiz aus?

Ich werde, solange ich kann, sicher immer wieder kommen. Die Region ist wie eine zweite Heimat für mich geworden, auch wenn ich aufgrund der großen Entfernung (ca. 800 km) nicht so oft hinfahren kann, wie ich möchte. Der Anreiz sind da nicht einzelne Attraktionen sondern das “Gesamtpaket”. Ich mag vor allem die Natur, die Landschaft, das Wasser, die frische Luft … aber natürlich schaue ich mir auch kulturelle Dinge wie Haithabu an.

Natürlich interessiert mich auch, ob Sie im Laufe der Zeit Veränderungen im Positiven, wie im Negativen erlebt haben und ob diese Ihre Treue zu unserer Stadt beeinflussen?

Ja natürlich habe ich Veränderungen gesehen in all den Jahren, wie überall. An vielen Orten wird modernisiert, geordnet, “glatt gemacht”, was die frühere Athmosphäre doch etwas verändert. In Schleswig stehen heutzutage recht viele Läden leer, wie in vielen Städten. Das ist für mich aber nicht so entscheidend. Meine Highlights sind andere. Und die bleiben bestehen!