Schlie-Schnack

Hauszeile im Domziegelhof

Keine Parkplatzsorgen?

Nach Schleswig kommen die meisten wohl entlang der promenadenartig in die Stadt hineinführenden „Schleistraße“, die Schlei und den Dom rechter Hand fest im Blick.

Mit den Augen des Autofahrers der Weg in die Stadt
Mit den Augen des Autofahrers der Weg in die Stadt © BD

Dann plötzlich entgleitet der Dom dem Auge, ein Hochhaus und einige davor gruppierte Mehrfamilienhäuser verhindern ab hier den Blick nach rechts vorne, …

Blocks des Architekten Sindram d.Ä am Südhang © BD

… die Straße steigt an, schwenkt linkskurvend um dieses Ensemble und wird zurückbiegend in eine Gerade – unbemerkt vom Autofahrer – auf der Höhe zum „Domziegelhof“. Auf dieser knapp 110 m langen Passhöhe drängen sich die zehn Häuser der anderen Straßenseite entsprechend ihren vor Jahrhunderten festgelegten Grundrissen eines an das andere.

Auf der Passhöhe am Domziegelhof drängen sich 10 Häuser aneinander © BD

Ihre Gegenüber versperren ihnen in schönster Manier – wie man es anderweitig ebenso erleben kann – den Blick auf die Schlei. Doch soll das hier jetzt nicht das Thema sein.

Denn genau in der Mitte dieser Zeile ziehen zwei vor kurzem noch leuchtend rot lackierte, inzwischen aber nur noch lila verblassende, mit weißen Rahmen und Gesimsen abgesetzte Altbauten den Blick auf sich. Ganz offenkundig gehören die beiden zusammen: das Hotel „Deutscher Hof“ und das Restaurant „Pizza King“. Davor – und davon soll hier die Rede sein – säuberlich aufgereiht, den gesamten Parkstreifen belegend stehen meist etliche gleich aussehende Autos des gleichen Modells, jetzt auffallend weiß und rot bemalt, früher schwarz mit weißer Schrift.

Pizzakönige © BD

Es sind Lieferfahrzeuge. Die werden von den Pizzakönigen zu Spitzenzeiten benötigt. Das springt selbst noch aus dem All ins Auge. Schaut man nämlich bei Google Maps aus dem Orbit eines Satelliten auf diese Häuserzeile, so stehen dort am Tag der Aufnahme – nach Sonnenstand vormittags gegen 11 Uhr – lauter identische PKW, wie das Sattelitenbild zeigt.

Andersherum scheint es, als möchte der Patron dieser Kette das nicht so gern öffentlich machen, nehmen seine Kraftfahrzeuge doch nahezu jedem Bewohner der übrigen Häuser, die Möglichkeit einigermaßen haustürnah zu parken. Das erschließt sich dem aufmerksamen Beobachter der Szenerie jedenfalls aus einem Blick auf die Webseite der Pizzabäcker. Von einer Position, die verschämt hinter den Büschen seines Gegenübers platziert war, gelang eine in Signalrot erstrahlende Aufnahme der Häuser, wobei sich der Streifen mit parkenden Fahrzeugen fast vollständig hinter Grün verbirgt. Honi soir qui mal y pense.

Von den Anwohnern hörte man bislang wenig zu dem oben skizzierten Sachverhalt. Haben sie tatsächlich keine Parkplatzsorgen? Und auch aus der Presse ist uns hierzu nichts bekannt. Wohl gilt ganz allgemein der § 12 der Straßenverkehrsordnung, wonach parken darf, wer sich an die entsprechenden Regeln der STVO hält. Andererseits fragt man sich, sollen in Städten – zumal in unserer Stadt – ganze Fuhrparks den Anwohnern die raren Plätze streitig machen dürfen?

Was haltet Ihr davon?

2 Kommentare

  1. Schaut man sich den Parkplatz, der am Margarethenwall an der 77 gelegen ist, an.
    Dieser wird Werktags von 07:00-17:00 Uhr ausschließlich von den Mitarbeitern des gegenüberliegenden Autohauses belegt.
    Touristen haben hier keine Chance eine kurze Pause einzulegen um zum Beispiel Haitabu zu besuchen oder um einfach nur einen Spaziergang am Margarethenwall zu machen.
    Auch die Mitarbeiter dürfen hier parken. Genau wie die Autoflotte des Lieferdienstes.

  2. Ich habe mal am Rande mitbekommen, dass z.B. Taxi-Unternehmen entsprechende Parkplätze für ihren Fuhrpark nachweisen müssen, sonst dürfen sie ihr Gewerbe nicht betreiben. Stimmt das? Gilt das dann nicht auch für Lieferdienste?

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