Frühlingsmarkt in Haithabu

Samstag, wunderschönes Frühlingswetter, also das Fahrrad geschnappt und die Pedale getreten. Gestartet im Stadtteil Sankt Jürgen geht es zur Freiheit, über den Holm und Stadthafen auf die Königswiesen und vorbei am Schloss Gottorf in Richtung Haithabu. Dort begann der Frühlingsmarktes und ich war neugierig, was es so alles zu entdecken gab.

Das Fahrrad wurde am Haithabu Museum abgestellt und mein erster Weg führte mich zur Kasse. Der Eintritt belief sich für mich auf 8,00 Euro. Der ermäßigte Preis von 6,00 € galt leider für mich, als Rentner in voller Erwerbsminderung nicht. Hartz4-Empfänger erhalten die Eintrittskarte zum ermäßigten Preis, dass meine Rente niedriger ausfällt als der Hartz4-Satz, spielt hier leider keine Rolle. Schade, denn das machen z.B. die Veranstalter der Wikingertage in Schleswig besser.

Ich starte mit einem kleinen Rundgang durch das sehr schön gestaltete Museum und erfahre viel über die Geschichte Haithabus, über Handwerk, Kunst und den Alltag des Ortes am Haddebyer Noor. Man kann sicherlich einige Zeit in den Räumlichkeiten des Museums verbringen, ich überfliege die Ausstellung allerdings nur, denn das Wetter ist einfach zu schön um die Zeit drinnen zu verbringen. Eine ausführliche Begutachtung habe ich mir aber schon fest vorgenommen und wird noch nachgeholt.

Vom Museum mache ich mich zu Fuß auf den Weg zur Wikingersiedlung. Entlang des Noores geht es über einen Teil des ehemaligen Befestigungswalls zum Ort der eigentlichen des Geschehen und Veranstaltung.

Die obige Informationstafel befindet sich auf der Ringwallanlage und zeigt die Ausdehnung der Siedlung. Mich hat die Größe des Gräberfeldes überrascht.

Bei meiner Ankunft am Wikingerdorf war der Markt schon voll im Gange und viele kleine und große Besucher tummelten sich bereits auf dem Gelände und in den Gassen zwischen den wunderschönen kleinen Häusern des Dorfes. Also hinein in das Getümmel von Wikingern und Besuchern.

Dörfliches Leben

Im eigentlichen Dorf bekam man einen kleinen Eindruck, wie es wohl mal ausgesehen hat, das Leben an diesem historischen Ort, der natürlich ursprünglich wesentlich größer war, als die Anzahl der heutigen Gebäude vielleicht Vermuten lässt. Denn Haithabu war ja zu seiner Blütezeit ein wichtiger Handelsplatz in Nordeuropa und ein sehr wichtiger Ort für den Fernhandel.

Was wären Wikinger ohne Boote?

Wenn man sich in Richtung Haddebyer Noor aufmachte konnte man die Wikinger bei der Reparatur ihrer fantastischen Boote beobachten. Für mich ist das die schönste Bootsform überhaut, einfach unglaublich elegant und unvergleichlich.

In der Frühlingssonne

Auch ich hätte sie fast übersehen, diese kleine Eidechse, sie tankte Sonne auf grob zu gehauenen Holzplanken der Bootsbauer und genoss es offensichtlich sehr. Vermutlich handelte es sich um eine Zauneidechse.

Frühmittelalterliche Handwerkskunst wo man hinschaut

Viele fleißige Handwerker zeigten ihre Kunst dem staunenden Publikum. Es ist immer wieder beeindruckend was hier ohne moderne Technologie produziert wird und mit welcher Liebe zum Detail und Achtsamkeit man hier zu Werke geht. Die heutige Stress geplagte Gesellschaft sollte sich unbedingt mal ein paar Gedanken machen, ob der Preis für unseren heutigen Luxus nicht vielleicht zu hoch ist.

Wikinger ohne Handel? Undenkbar.

Auf dem Marktplatz konnte man ein reiches Angebot verschiedenster Waren entdecken. Ob nun Holzschnitzereien, Steinmetzarbeiten oder filigranen Silberschmuck. Selbstverständlich verziert mit der wunderbaren Ornamentik der damaligen Zeit.

Über allem liegt der Geruch offener Feuerstellen

Und wie man damals ein wärmendes Feuer entzündete, zeigte ein freundlicher Wikinger einem anwesenden Pfadfinder, der es auch tatsächlich, nach Wikingerart, in kürzester Zeit schaffte mit Feuerschläger und Feuerstein ein solches zu entzünden.

Das leibliche Wohl

Ein Feuer wärmt nicht nur den Wikinger in kalten tagen, es ist natürlich auch unabdingbar für die tägliche warme Mahlzeit und natürlich war auch überall auf dem Markt kulinarische Erlebnisse verstreut. Man brauchte nur der eigenen Nase zu folgen.

Impressionen vom Lagerleben der Nordmänner

Beim Schlendern über den Frühlingsmarkt entdeckt man immer wieder Szenen die einfach nur schön sind und ich sehr genossen habe.

Eine wunderbare Veranstaltung

Für mich war mein Besuch auf dem Frühlingsmarkt in Haithabu ein gelungener Nachmittag. Auf jede erdenkliche Weise. So viel zu entdecken. Dazu ein kühles Bierchen vom Fass und eine Wildschwein-Bratwurst vom Grill bei herrlichem Sonnenschein mit vielen anderen glücklichen großen und kleinen Besuchern. Ich denke, ich bin im nächsten Jahr gern wieder dabei.

Falls du noch nicht selbst dort warst, dann kannst du das morgen am Ostermontag noch von 9:00 bis 17:00 Uhr nachholen. Es lohnt sich. Viel Spaß in Haithabu!

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