Lebensmittelverschwendung

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Schleswig-Holstein liegt in Sachen Prävention gegen die Verschwendung von Lebensmitteln nur im Mittelfeld (Quelle: WWF) im Vergleich der Bundesländer. In Gesamtdeutschland wandern jährlich 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel in den Müll, weltweit gar 1,3 Milliarden Tonnen. Ohne Zweifel eine ökologische Katastrophe.

Dagegen vorzugehen ist eine gesellschaftliche Aufgabe in der es viele Player gibt. Die Produzenten der Lebensmittel, der Handel, die Gastronomie und nicht zuletzt wir Verbraucher sind aufgerufen dies zu ändern.

Warum zum Beispiel Nahrungsmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum in den Müll wandern, im schlimmsten Fall sogar noch inklusive ihrer Plastikverpackung, will mir wirklich nicht in den Kopf. Noch unverständlicher wird es wenn Menschen, die diese noch gut verwertbaren Lebensmittel aus Containern befreien, gar wegen Diebstahls verurteilt werden. Eigentlich sollten die Vernichter dieser Nahrungsmittel mit Strafen belegt werden, wie dies ja z.B. bereits in Frankreich geschieht.

Eine Lösung im Einzelhandel kann es sein, diese Lebensmittel zu verschenken oder auch drastisch reduziert zu verkaufen. Auch in der Gastronomie gehen viele vollwertige Mahlzeiten am Ende des Tages einfach in den Müll. Auch das müsste absolut nicht sein.

Eine App gegen die Lebensmittelverschwendung.
To Good To Go.

Eine wirklich gute Lösung für den Einzelhandel und Gastronomie gibt es bereits in Form einer App namens To Good To Go. Ich habe die App bereits seit längerer Zeit auf meinem Smartphone und schaue immer neidisch nach Flensburg oder Kiel, denn dort machen bereits viele Restaurants, Cafés und Bäckereien mit und bieten dort ihre übrig gebliebenen Portionen zum reduzierten Preis an. Selbst die bekannte “Nordsee”-Kette ist mit an Bord. Für Mitbürger mit schmalem Geldbeutel ist das nebenbei eine hervorragende Art und Weise ein paar Euro zu sparen, egal ob als Arbeitsloser, Geringverdiener oder auch Rentner. Es funktioniert ganz einfach. Man reserviert als Kunde die in der App angebotenen Portionen einfach und holt diese dann kurz vor Ladenschluss beim jeweiligen Anbieter ab. Ganz simpel also.

Und in Schleswig? Ja, da sieht es leider nicht so rosig aus. Es gibt lediglich einen einzigen Betrieb in unserer Stadt, der bei dieser guten Sache mitmacht. Die Bäckerei Jaich.

Aber leider nur in der Filiale im Stadtteil Friedrichsberg, was für mich unverständlich ist. Denn nicht jeder ist mobil oder wohnt in diesem Stadtteil. Wenn ich aber in den Stadtbus steige um von St. Jürgen in den Friedrichsberg zu fahren, dann ist der Preisvorteil wegen der anfallenden Kosten für die Fahrkarte, nicht mehr gegeben. Die Filiale im Stadtweg aber, könnte ich jederzeit problemlos zu Fuß erreichen. Schade ist das schon irgendwie und ich würde mir das gleiche Angebot auch in der Filiale im Stadtweg wünschen. Vermutlich bin ich mit diesem Wunsch auch nicht allein.

Vielleicht machen ja bald mehr Schleswiger Unternehmen bei To Good To Go mit und das Angebot wächst. Vielleicht nicht nur Bäcker, vielleicht auch die Gastronomie? Wünschenswert wäre es jedenfalls und für alle Schleswiger ein Gewinn.