Yoga? Ist nichts für mich – oder doch?

Yoga ist doch Gymnastik für schlanke, eh schon gelenkige jüngere Frauen, die sich in einem teuren trendigen Yoga-Outfit auch noch sehen lassen können, oder? So könnte man meinen, wenn man sich in der Yoga-Welt umsieht. In Magazinen, auf Instagram, Youtube und Co. sieht man Menschen glücklich lächelnd in vollendeten Posen, biegsam, kraftvoll, anmutig. Natürlich sieht das beeindruckend und schön aus und man könnte sich davon von vornherein entmutigen lassen. Was man hier sieht, ist allerdings nur ein Bruchteil von dem, was Yoga ausmacht und gleichzeitig auch das, was man erreichen kann (wenn man denn will), wenn man mit Hingabe und Geduld praktiziert.

Unser heutiges Leben dreht sich sehr viel um Leistung, Optimierung und Vergleichen: mein Haus, mein Auto, mein Lebenslauf, mein Körper, mein Urlaub, meine Freizeit…. – alles wird verglichen, und bewertet und muss optimiert werden. Das erzeugt Druck und Stress in uns, entfernt uns von dem, was wir wirklich brauchen und macht uns im schlimmsten Fall krank.

Yoga ist eigentlich ein Gegenpol zu diesem auf materialistischen Äußerlichkeiten gerichteten, aufgeregten Lebensprinzip, in dem ständig nach Aufmerksamkeit gefischt und nach Selbstoptimierung gestrebt wird. Nicht: besser, schöner, schlanker, gelenkiger, leistungsfähiger. Im Yoga geht es mehr darum, (wieder) bewusster und liebevoller mit dir selbst und deinem Körper umzugehen, momentane Grenzen zu akzeptieren und sie zu gegebener Zeit zu erweitern. Du übst dich darin achtsamer den jetzigen Moment wahrzunehmen, mit all seinen subtilen Erscheinungsformen und einhergehenden Empfindungen. Durch die Asanas (Positionen) kommst du in einen Zustand, in dem du dich auf körperlicher und seelischer Ebene ruhig, ausgeglichen und friedlich fühlst. Durch sanftes Dehnen der Muskeln, durch Massieren der inneren Organe und durch Anregung der Nerven im ganzen Körper kann die Gesundheit und Beweglichkeit aufrechterhalten und verbessert werden. Du lernst immer mehr nach innen zu schauen und bekommst dadurch Zugriff auf den immerzu plappernden Geist. So kannst du ihn mehr für dich arbeiten lassen statt gegen dich. Denn dein Geist bewertet ständig alles und jeden und tendiert evolutionsbedingt dazu eher das Negative als das Positive zu sehen. Die Yoga-Praxis schenkt dir positive Erfahrungen mit deinem Körper und Geist und lehrt dich ohne Bewertung anzunehmen, was jetzt präsent ist. Du kommst mehr in Kontakt mit dir selbst und dem Hier und Jetzt. Was/wer tut dir gut und was/wer schadet dir? Du wirst deinen wahren Bedürfnisse wieder mehr Beachtung schenken. Und je weiter du auf dem Yoga-Pfad voranschreitest desto mehr wirst du dich dann dem Bewertungs- und Vergleichsdruck von außen entziehen und dadurch mehr Freiheit und Selbstbestimmtheit gewinnen. Das führt dann dazu, dass du der Wirklichkeit insgesamt mit einer positiven Grundstimmung begegnest und in Frieden damit bist, wie du bist und was dir das Leben so anbietet.

In meinen Kursen versuche ich immer die Brücke zu schlagen zwischen Menschen, die erst am Anfang ihres Yoga Weges sind und denen, die schon etwas weiter fortgeschritten sind. So viele Mensche wie möglich sollten meiner Auffassung nach die positiven Erfahrungen mit Yoga machen können und sich nicht durch falsche Vorstellungen abschrecken lassen.

Samstags findet immer von 14:00 – 16:00 Uhr eine offene Yin&Yang Yoga Stunde (in der Ergotherapie Praxis von Kathrin Kunz, Friedrichstraße 74a-76) statt. Jeder kann mitmachen, der Yoga gerne ausprobieren möchte und natürlich auch jeder, der seine Praxis gerne ausbauen möchte. Neben Übungen, die den Körper stärken und beweglicher machen, wirst du auch Atem- und Entspannungstechniken lernen um tiefere Schichten deines Seins zu erfahren.

Kontakt, Anmeldung und mehr Information:

Yin&Yang Yoga

Arnika Gehrke

Tel.: 0175 – 3 22 3 44 3

yinyangyoga@gmx.de