Seebrücke SL-FL: Day-Orange in Schleswig

Notstand der Menschlichkeit: Seenotrettung ist kein Verbrechen!

Heute Morgen um 11:00 Uhr trafen sich ca. 150 bis 200 Schleswiger und Menschen aus dem Umland auf dem Capitolplatz um ein Zeichen gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung im Mittelmeer zu setzen. Die Seebrücke Schleswig-Flensburg hatte zu Solidarität und Menschlichkeit aufgerufen und auch viele Kirchengemeinden zeigen dieser Tage Flagge indem sie Orange beflaggen und die Situation in den kommenden Gottesdiensten zum Thema machen. Das regnerische Wetter hielt die Schleswiger nicht auf, man spannte einfach bunte Schirme auf folgte aufmerksam den Rednern, die Klartext redeten und deutliche Worte fanden:

Ansprachen auf dem Capitolplatz.
Bilder von der Versammlung auf dem Capitolplatz und dem Weg zum Hafen.

Aktionen am Stadthafen

Vom Capitolplatz machten sich die Teilnehmer der Demonstration auf den Weg zum Stadthafen und dort fanden dann weitere Aktionen statt. Direkt bei der Ankunft der Demonstranten traf die “Ichtys” im Hafen ein. In ihrem Schlepptau eine Reihe leerer Schwimmwesten, die die Menschen symbolisierten, die es jeden Tag nicht schaffen und im Mittelmeer grausam ertrinken.

Erklärungen zu den Aktionen der Seebrücke SL-FL im und am Stadthafen in Schleswig.

Errichtung eines temporären Denkmals für die Toten

Die Seebrücke funktionierte die große gelbe Boje am Stadthafen zu einem vorübergehenden Mahnmal um. Für die Toten wurden dort schwarze Trauerbänder angebracht.

Verlesung der Namen einiger bekannter Opfer

Augenzeugenbericht eines Retters und Verlesung einiger namentlich bekannter Opfer.

Zum Ende der Veranstaltung wurden neben dem Bericht eines Augenzeugen einer Rettungsaktion, auch die Namen von einigen namentlich bekannten Toten zum Gedenken verlesen. Zu diesem Zeitpunkt öffnete der Himmel über Schleswig wirklich alle Pforten und es begann aufs heftigste zu Regen. So fand dann auch die Veranstaltung ihr Ende.

Gruppenfoto der Organisatoren. Durchnässt und doch offensichtlich zufrieden.

Es bleibt die Nachdenklichkeit über die eigentlichen und vielfältigen Gründe das Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen um ihre Heimat zu verlassen. Denn das macht niemand freiwillig. Es gibt viel zu verändern, die Zeit läuft weiter und Menschen sterben weiter. Männer, Frauen und Kinder. Zu jeder Stunde and jedem Tag.

Vielen Dank an die Organisatoren und an alle die gemeinsam heute Morgen ein Zeichen setzten und laut wurden.

Ein Kommentar

  1. FLUCHT HAT URSACHEN!
    Unter den Plakaten benannte eines genau dieses und deutlich: Die Handgranate mit jener Inschrift weist zurück auf ihre Hersteller, die sich mitschuldig machen am Sterben weltweit in Kriegs- und Krisengebieten. Unser Deutschland, das den Herren in solchen Gebieten Kriegsgerätschaften liefert und dadurch seine Interessen in jenen fernen Ländern “verteidigt”, gehört dazu.
    Mitmenschen, die von dort fliehend dem Inferno im eigenen entgehen wollen, die ereilt der Tod wenn nicht an den Rändern ihres Landes, so doch spätestens an denen unseres “umfriedeten” Europas, wo selbst Seenotrettung noch zur letzten Falle werden kann.
    Darum: Rüstet ab! Nur eine globale Abrüstung kann die wirtschaftlich und technisch erforderlichen Kräfte freimachen, derer es bedarf um die anderen großen anstehenden Probleme des Planeten in den Griff zu bekommen. Wir laufen Gefahr, dass die eines Tages sonst uns, unsere Kinder und unsere Enkel überrollen.

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