Gelesen: Das Grau- oder St.-Paul-Kloster zu Schleswig

Nach dem Kauf schon mal hinein geschnuppert. Der Klosterführer von Jens Nielsen.

Sommerwetter, eine Liege an einem schattigen Ort im Garten an dem es vom Gartenteich friedlich herüber plätschert, dazu ein kühles Getränk und ein Büchlein. So kann man es gut aushalten.

Jens Nielsen (Autor)

Bei dem Büchlein handelt es sich in diesem Falle um den gerade erst erschienenen Klosterführer von Jens Nielsen. Auf 63 Seiten gibt es Wissenswertes über das Schleswiger Graukloster, dass zu Unrecht ein so unscheinbares Dasein als scheinbares Anhängsel des Rathauses fristet. Wahrscheinlich geht es dem überwiegenden Teil der Schleswiger genau wie mir, ich hatte vor dem Lesen des Klosterführers keine Ahnung was für ein Schatzkästlein da in unserer Stadt schlummert und welch spannende und wechselhafte Geschichte und Geschichten das St.-Paul-Kloster zu Schleswig umwehen. Habt ihr gewusst, dass das 785 Jahre alte Gebäude auf den Fundamenten einer alten dänischen Königspfalz steht? Ich nicht. Schon 200 Jahre vor der Gründung des Klosters im Jahre 1234 hielt hier das dänische Königshaus Hof. Auch erfährt man, dass die Waldemarsmauer (Weltkulturerbe) offensichtlich nicht der erste Backsteinbau in unserem Land ist, sondern Teile der ehemaligen Königspfalz und damit das Graukloster. Auch erfährt man vieles über das alltägliche Leben und dem Speiseplan der Mönche. So zum Beispiel, dass sie wohl keine Freunde von Geflügel-Mahlzeiten waren. Auch die noch erhaltenen Jahrhunderte alten Malereien in dem ehemaligen Franziskaner-Klosters werden besprochen und man erfährt wen sie darstellen und weitere Details.

Mit der Reformation kam auch das Ende des Gebäudes in der Funktion als Kloster. Die Mönche wurden aus der Stadt vertrieben und letztendlich fiel das Kloster an die Stadt Schleswig, die es fortan zur Unterbringung der Armen der Stadt und als Hospital nutzte. Das heutige Rathaus wurde übrigens auf den Fundamenten der alten Klosterkirche (Paulskirche) errichtet. Aber der Klosterführer weiß noch viel mehr zu erzählen, was den Wandel des Gebäudes im Laufe der Jahrhunderte angeht. Ich war zum Beispiel erstaunt darüber, dass erst 1980 die letzten vier Bewohner des Armenstifts ausgezogen sind und damit nach 450 Jahren ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Gebäudes geschlossen wurde.

Wenn ihr euch für die Geschichte unserer schönen Stadt interessiert, kann ich Jens Nielsens Klosterführer wirklich empfehlen. Es ist einfach zu lesen und vermittelt viel Wissenswertes über diesen altehrwürdigen, schlicht wirkenden Backsteinbau. Ich habe es an einem Stück gelesen und habe einiges, für mich neues und spannendes, erfahren.

Vielleicht seid ihr ja neugierig geworden, deshalb möchte ich auch gar nicht mehr Details aus dem Inhalt verraten. Natürlich ist der Klosterführer nicht nur für Schleswiger interessant, sondern auch für alle Besucher unserer Stadt, die hier auf Entdeckungsreise gehen möchten. Zu Entdecken gibt es nämlich eine Menge in unserer Schlei-Stadt!

Ihr bekommt „Das Grau- oder St.-Paul-Kloster zu Schleswig“ im lokalen Buchhandel (z.B. in der Buchhandlung Liesegang oder Buchhandlung Schröder im Stadtweg) für schmale 5,99 €.

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