Bürgerschaftliches Engagement

Perspektivisch könnte sich der Sprecherrat der Kulturkonferenz – Wulf Schady, Susanne Pertiet (v.li.) und Petra Neumann (re.) – auch das Graukloster im Rathaus als neue Ausstellungsfläche vorstellen. Zusätzlich auf dem ist Fee O’Keeffe, Regionalmanagerin in Kiel. Foto: Stadt Schleswig

Um kulturell etwas in der Stadt Schleswig zu verbessern oder zu erweitern, wurde seinerzeit ein Agreement zwischen der Stadtverwaltung im Fachdienst Kultur und Kulturschaffenden respektive Kulturlobbyisten geschaffen. Es entstand die Schleswiger Kulturkonferenz für Kunst und Kultur im öffentlichen Raum. „Die Kulturkonferenz ist Hüter und Anreger für das Rathaus in Sachen Kultur“, beschreibt die Fachbereichsleiterin Bildung, Kultur und Ordnung. Dr. Julia Pfannkuch erklärt weiter, dass der Sprecherrat der Kulturkonferenz einen ständigen Tagesordnungspunkt in den Sitzungen des Kultur-, Sport- und Tourismusausschusses (KST) besitzt, um unter anderem über ihre Arbeit zu berichten.

Zurück liegen nun drei Jahre aktive Arbeit des Sprecherrats. Sechs Personen gehören zur Kulturkonferenz; drei davon sind im Sprechrat: Susanne Pertiet, Wulf Schady und Petra Neumann. Ein siebter Platz in den jeweiligen Sitzungen wird von Dr. Pfannkuch eingenommen, um Support von Seiten des Fachdienstes Kultur zu leisten. Das Ehrenamt benötigt das Hauptamt als Unterstützer, bilanziert Susanne Pertiet. Aber auch das Hauptamt kann auf die Expertise des Ehrenamts nicht verzichten, sind sich alle einig, dass das bürgerschaftliche Engagement gepflegt werden muss. „Wir sind froh, dass wir die Kulturwerkstatt bekommen“, versinnbildlicht Susanne Pertiet einen Baustein zurückliegender Arbeit, die wortwörtlich bald umgesetzt wird. Es könne gar nicht früh genug starten, schiebt Susanne Pertiet an. Für dieses Projekt hat der Sprecherrat auch Dr. Dörte Beier als Leiterin des Stadtmuseums den Rücken gestärkt, bestärkt Petra Neumann ihre Vorrednerin im gemeinsamen Engagement. Dort im Stadtmuseum wird die Kulturwerkstatt entstehen.

Als weiteres Projekt wurde der Kulturpreis gemeinsam neu aufgelegt. Etwa seit 15 Jahren ruhte diese Auszeichnung. Mittel aus diesem Budget gibt es unter anderem für Kultur auf der Schlei. Eine Entschädigung der Selbstverwaltung aus dem städtischen Haushalt – wie etwa die Jugendkonferenz oder der Seniorenbeirat – erhält die Kulturkonferenz nicht.

Dennoch macht sich der Sprechrat insbesondere auch für die Innenstadtsanierung stark und gibt Stellungnahmen unter anderem im KST-Ausschuss ab, um beispielsweise die Stellung der Stadtbücherei und den enormen Wert Ausdruck zu geben – die sich unter anderem in der Vernetzung zeigt. Eine solche Expertise aus der Kulturkonferenz wird öfter von Kommunalpolitikern eingefordert, um eine gut fundierte Entscheidung zu treffen – analog zur Jugendkonferenz.

Auch zu einer Verbesserung des Stadtplans der Tourist Information der Stadt „Ostseefjordschlei“ hat der Sprecherrat beigetragen. Er wurde um kulturelle Orte optimiert, beschreiben Susanne Pertiet und Petra Neumann den Mehrwert des neuen Stadtplans.

Neben Printprodukten lieg zudem die Priorität auf Online-Angeboten im Internet, um viral Digitale Orte kultureller Art besser anzubieten oder bekannter zu machen. Ins Kalkül gezogen wurden bislang das ehemalige Theatergrundstück im Lollfuß, das ehemalige Gelände des Martin Luther-Krankenhauses und das Gelände Stadtweg 70. Laut Sprecherrat könnte das Intendantenhaus zu einem Künstlerquartier umfunktioniert werden. Ein Infogespräch im Ständesaal des Rathauses brachte jüngst identische Wünsche zum Vorschein. Auch eine so genannte Kulturmeile wäre denkbar: Schloss Gottorf, Lollfuß, Stadtweg, Capitolplatz. „Der Lollfuß hat atmosphärisch eine besondere Ausstrahlung“, beschreibt Susanne Pertiet. Für sie liegt dort zwischen Schloss und Capitolplatz der Kern der Stadt.

Am Mittwoch, 6. November, steht auf der Tagesordnung der fünften Schleswiger Kulturkonferenz neben Kultur auch Neuwahlen. Drei Personen stellen sich einer Wiederwahl (Petra Neumann, Ronny Haardt und Susanne Pertiet), drei stehen zur Disposition. Der Sprecherrat hat zwar bereits die Werbetrommel gerührt und potentielle Kandidaten animiert. Dennoch sind neue Mitstreiter willkommen, sich bis zum Mittwoch, 30. Oktober, unter der Email w.strauss@schleswig.de zu melden und neue Ideen einzubringen. Weitere Informationen zur Kulturkonferenz gibt es derweil unter der Email s.pertiet@t-online.de .

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