Vorschläge des ADFC zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Knud-Laward-Straße

Bildquelle: MichaelGaida / Pixabay

Der ADFC ist mit den Vorschlägen der Verwaltung zur Neugestaltung der Knud-Laward-Straße, die auf einer Infoveranstaltung am 26.8. der Öffentlichkeit präsentiert wurden, nicht einverstanden. Diese dienen unter dem Deckmantel der Fahrradfreundlichkeit in erster Linie der Verbesserung des Verkehrsflusses für den motorisierten Verkehr, bringen aber Radfahrern keine substanziellen Vorteile.

Untersuchungen zeigen, dass beim Anlegen von relativ schmalen Fahrradschutzstreifen FahrradfahrerInnen tendenziell in einem zu geringen Abstand überholt werden, da dadurch AutofahrerInnen suggeriert wird, sie würden sich auf einer getrennten Fahrbahn bewegen. Bei der vorhandenen Straßenbreite der Knud-Laward-Straße ist damit zu rechnen, dass Fahrradschutzstreifen bei entgegenkommendem Autoverkehr regelmäßig überfahren werden. Ebenso rechnet der ADFC mit einem erhöhten Tempo von Kraftfahrzeugen, sobald die bremsende Wirkung durch parkende Fahrzeuge wegfällt. Das führt eher zu einem Verlust an Sicherheit. So wird Radfahren nicht attraktiv und es ist nicht von einer Steigerung des Radverkehrsanteils auszugehen. Die politischen Vorgaben aus dem Ratsbeschluss zur Fahrradfreundlichkeit werden nicht erfüllt. Schleswig muss sich künftig daran messen lassen, ob die beschlossenen Ziele konsequent verfolgt werden. Eine Verbreiterung der Fahrbahn zu Lasten des Fußverkehrs lehnt der ADFC ab.

In alle Überlegungen zur Umgestaltung muss zwingend schon jetzt der Aspekt einbezogen werden, dass in den nächsten zehn Jahren der hintere Teil der Freiheit mit hunderten Wohneinheiten bebaut und so der KFZ-Verkehr Richtung Innenstadt massiv zunehmen wird.
Die Kreuzung Plessenstraße/Königstraße ist schon jetzt zu bestimmten Zeiten kaum mehr in der Lage, den Verkehr vernünftig abzuwickeln. Ziel muss es demnach sein, den Radverkehr so attraktiv und sicher wie möglich zu gestalten, so dass möglichst viele Menschen das Fahrrad auf dem Weg vom Stadtteil Auf der Freiheit in die Innenstadt nutzen. AutofahrerInnen sollten möglichst die Pionierstraße nutzen, um die Stadt zu verlassen oder in andere Stadtteile zu gelangen. Neben Klimaschutz-Aspekten und dem Ziel der Entwicklung einer lebendigen Stadt hätte dies für die AnwohnerInnen eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens zur Folge, Staus könnten vermieden werden. Auch die Verkehrssituation in der Innenstadt würde entlastet.

Die Vorschläge des ADFC im Einzelnen:

  • Schaffung einer Fahrradstraße zwischen der Kreuzung Plessenstraße/Königstraße und der A. P. Møller Skolen (siehe Verkehrskonzept der Stadt).
  • Höchstens Tempo 30 auf der gesamten Länge.
  • Aufstellen von Smiley-Anzeigen, um die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung verkehrspsychologisch zu belohnen.
  • Parkverbot auf der gesamten Länge, um den Fahrradverkehr nicht zu gefährden.
  • Errichtung von Fahrbahnverengungen oder Schwellen (z. B. „Bumps“ nach dänischem Vorbild) an vier bis fünf Stellen im Straßenverlauf, um den KFZ-Verkehr wirksam zu bremsen; diese sollten so eingerichtet werden, dass Radfahrer inkl. Anhänger an der Seite ohne Beeinträchtigung vorbei fahren können.
  • Nur im Bereich von 50 m vor diesen Hindernissen sollten Fahrradschutzstreifen errichtet werden, um zu verhindern, dass Radfahrer durch wartende Autos ausgebremst werden.
  • Diese Hindernisse sollten an den für querende Fußgänger kritischen Stellen angebracht und mit einem Zebrastreifen kombiniert werden, um ein sicheres Überqueren der Straße zu ermöglichen: Norderdomstraße/Plessenhof, Süderdomstraße/Königswiesen, Hafenstraße/Hafen, Fischbrückstraße/Holm. Als Fußgänger hat man aufgrund des kurvigen Straßenverlaufs an vielen Stellen eine sehr schlechte Sicht.
  • Schließen der Ausfahrt der Fischbrückstraße in die Knud-Laward-Straße durch einen Poller, gleichzeitig sollte die Töpferstraße reine Anliegerstraße werden; somit wird die Altstadt im Bereich Rathaus für Kraftfahrzeuge in beide Richtungen nur noch über Lange Straße/Marktstraße erschlossen und am Zebrastreifen Fischbrückstraße/Holm wird Rechtsklarheit geschaffen; dadurch weitere Verkehrsberuhigung in der Altstadt. Eine Verlegung des Zebrastreifens ist nicht nötig und wird in der Praxis auch nicht akzeptiert werden.
  • Im Bereich zwischen dem Hafen und dem ehemaligen Restaurant Olschewski/Hafenstraße sollte über einen Shared-Space-Bereich nachgedacht werden.
  • Verzicht des Umwandelns der Steinhauerwiese in einen Parkplatz – ein Schaffen von zusätzlichem Parkraum ist nicht erforderlich und passt nicht mehr in die Zeit; wer es mit Klimaschutz ernst meint, darf nicht zusätzliche Anreize schaffen. In zehn Jahren wird es deutlich weniger private PKWs geben, da sich unsere Mobilitätsformen gemäß der Prognose von Verkehrs- und Zukunftsforschern grundlegend wandeln werden.
  • Sollten diese Maßnahmen zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen in der Klosterhofer Straße führen, muss auch dort zwingend eine weitere Verkehrsberuhigung folgen – Anwohner anderer Straßen dürfen nicht unter den Maßnahmen leiden.

Eine zügige Umsetzung dieser Maßnahmen ist notwendig, um spätere Konflikte zwischen der Stadt und künftigen BewohnerInnen der Freiheit zu vermeiden. Der ADFC geht fest davon aus, dass sich die jetzige gute Durchgängigkeit der Knud-Laward-Straße für den KFZ-Verkehr aufgrund des stark wachsenden Verkehrsdrucks aus dem neuen Stadtteil dauerhaft nicht halten lassen wird. Somit gebietet es die Fairness gegenüber künftigen BewohnerInnen, schon jetzt für Klarheit zu sorgen.

Quelle & Rückfragen:
Henning Düsterhöft
ADFC Schleswig
henning.duesterhoeft@schleswig.adfc-sh.de

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