FridaysForFuture: #KlimaStreik Schleswig

Zugegeben, die Zahl der teilnehmenden Demonstranten war diesmal nicht so üppig wie bei der letzten Klima-Demo und kann sich nicht mit den Veranstaltungen in den großen Städten vergleichen. Nichts desto trotz, viele Schleswiger zogen auch diesmal friedlich, aber lautstark durch unsere Schleistadt. Gestartet wurde auf den Königswiesen, dann ging es durch den Stadtweg über die Bismarkstraße, Schubystraße und Flensburger Straße zum eigentlichen Ziel der Demo dem Kreishaus.

Anders als bei der letzten Demo zeigten sich diesmal auch Verantwortliche des Kreises. Der Landrat Dr. Wolfgang Buschmann und Kreispräsident Ulrich Brüggemeier empfingen die Demonstranten persönlich. Man bot den Demo-Teilnehmern warme Getränke an, was bei der kalten Witterung und dem langen Marsch durch die Stadt gern angenommen wurde.

Warme Getränke für die Demo-Teilnehmer.

Als erstes ergriff Fritz Laß (BUND, NABU, IGU) das Wort. Er berichtete von dem vergeblichen Versuch in Zusammenarbeit mit FridaysForFuture und Parents4Future für die Stadt Schleswig den Klima-Notstand ausrufen zu lassen. Die Schleswiger Bürgervorsteherin wollte den Klima-Notstand im Rat nicht diskutiert wissen. Auch gab es keinerlei Unterstützung seitens irgendeiner Schleswiger Ratsfraktion. Zur Begründung wurde vorgeschoben, dass der Begriff „Notstand“ an die im 3. Reich erlassenen Notstandsgesetze erinnern würde. Fritz Laß sagte dazu ganz richtig, dass die derzeitige Klimasituation nun mal einen Notstand darstellt. Das EU-Parlament wiederum, hat im Gegensatz zur Schleswiger Ratsversammlung kein Problem mit dem Begriff Klima-Notstand und hat diesen jetzt für ganz Europa ausgerufen. Das gerade von der Bundesregierung verabschiedete Klimapaket hält Fritz Laß nicht für ausreichend und absolut unzulänglich. Fritz Laß rief die Anwesenden auf, immer wieder ihren Konsum und Verhalten zu hinterfragen. Ist das was ich gerade tue wirklich notwendig, oder schädigt es vielleicht sogar das Klima?

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Auch der Kreispräsident Ulrich Brüggemeier fand die Aussage, dass jeder Einzelne von uns sich hinterfragen und sein Verhalten ändern muss, den richtigen Ansatz. Er meinte auch das jeder wisse, dass nach nicht mal einem Jahr FridaysForFuture, der Planet noch nicht gerettet sei. Dies sei erst ein Anfang, wenn auch viel zu spät. Das der Klimawandel menschengemacht ist zweifelte er nicht an, wies aber im gleichen Atemzug darauf hin, dass es eben schon immer Warm- und Kaltzeiten in der Erdgeschichte gab. Weiter meinte er, dass wir alle zu viel konsumieren und verschwenden, zu viel Auto fahren und Fliegen. Gerade die geringe CO²-Besteuerung von Inlandflügen im Vergleich zu Langstreckenflügen, könne er nicht nachvollziehen. Neben der Notwendigkeit weniger Auto zu fahren, zu fliegen oder Fleisch zu essen, hält er es ebenfalls für sehr wichtig Strom zu sparen. Man müsse sich mehr der Verletzlichkeit des Planeten bewusstwerden. Er fand befremdlich, dass nach derzeitigen Umfragen drei von vier Deutschen den Klimaschutz zwar gut finden, aber das Ändern des eigenen Verhaltens nicht so ihre Sache sei. Darum sollten sich dann doch lieber andere kümmern. Er warnte aber auch gleichzeitig vor Klima-Hysterie.
Brüggemeier sagt weiter, Europa müsse mit einer Verteuerung und Begrenzung der Verschmutzungsrechte vorangehen und die Industrie zur Entwicklung umweltfreundlicher Technologien zwingen. Das ginge eben nur über das Geld, mit Freiwilligkeit ließe sich nichts erreichen. Überzogene Maßnahmen seitens der Regierung, die die Industrie dazu veranlassen würde, ihre Produktion in Länder, wie z.B. Brasilien zu verlegen, hält Brüggemeier aber ebenfalls für gefährlich und nicht zielführend. Die Unternehmen würden dann einfach dort ihren Raubbau ungebremst weiterführen. Da wir die Erde retten wollen und nicht nur Deutschland, müssen wir aber auch die dazu in die Lage versetzen, die es allein nicht können. Alle müssen an einem Strang ziehen. Die Möglichkeiten Deutschlands den Klimawandel aufzuhalten hält Brüggemeier für begrenzt. Was uns allerdings nicht von der Verpflichtung entbinden würde, selbst und individuell darüber nachzudenken, wie wir eine bessere Erde erschaffen können. So gäbe es seitens des Kreises Schleswig-Flensburg und seinen Liegenschaften bereits seit 2015 ein eigenes Klimakonzept. Man setze dabei auf weitere Energieeinsparung und einen jährlichen Energiebericht. Dieser soll dafür sorgen, dass weitere Einsparpotentiale aufgedeckt und dann umgesetzt werden. Im Zeitraum 2014/2015 wurde bereits auf 100% Strom aus regenerativen Quellen umgestellt. Wichtig ist, dass wir alle etwas tun und einen positiven Beitrag leisten. In diesem Zusammenhang schlägt z.B. das Landesschülerparlament vor, Flugreisen bei Klassenfahrten aufzugeben. Stattdessen sollten diese lieber per Bus, oder besser noch per Bahn erfolgen. Das sehen auch einige Schleswiger Schulen so, sagt Brüggemeier. Eine weitere einfache Möglichkeit sei, sich als Schüler nicht von den Eltern mit dem Auto zur Schule fahren zu lassen, stattdessen könne man eben auch mit dem Fahrrad fahren. Alle müssen bei sich selbst anfangen und man würde so vielleicht auch andere motivieren. Fazit: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

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Barbara Rudolf, Öko-Landwirtin aus dem Kreis Schleswig-Flensburg, spricht für die Bioland-Betriebe im Kreisgebiet. Sie sagt, dass der Öko-Landbau einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz darstellt. Seit über 40 Jahren hat man bereits daran gearbeitet eine Antwort und Alternative zu der heute in eine Sackgasse geratene Landwirtschaft zu haben. Es ist klar, dass das Ende der Sackgasse nun erreicht ist und man umkehren müsse. Sehr viele Lösungen hat man aber eben auch schon in den letzten Jahrzehnten erarbeitet. Weiter stimmt sie den Demonstranten zu, dass was die Politik bisher auf den Weg gebracht hat nicht genug ist. Sie sieht aber auch, dass der Klimaschutz kein Sprint ist. Das dicke Schiff aus Wirtschaft, Staat und Gesellschaft benötige eben eine gewisse Zeit für einen Kurswechsel. Es ist wichtig zwischendurch auch mal Luft zu holen und sich auch die kleinen, bereits vorhandenen Erfolge vor Augen zu führen. So klein und unzulänglich das beschlossene Klimapaket auch ist, ist es ein Erfolg der Klimabewegung FridaysForFuture. Besonders gefreut hat Barbara Rudolf, dass die Bundesministerin Julia Klöckner vor ihren in Berlin demonstrierenden Landwirten nicht eingeknickt ist und nun endlich die überfällige Agrarwende gefordert hat. Auch das ist ein Erfolg der Klimabewegung, sagt sie.

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Global denken, lokal und regional handeln, daran orientiert sich der Landrat Dr. Wolfgang Buschmann in Bezug auf Ökologie. Dort anzusetzen, wo man selbst wirksam agieren kann, ist sein Weg. So wäre der Gottorfer Landmarkt ein schönes Beispiel. Er sei der erste Bio-Landmarkt in Schleswig-Holstein gewesen und er ist vom Kreis Schleswig-Flensburg initiiert, lebens- und lauffähig gemacht worden. Durch den Bio-Landmarkt werden ökologische Produkte und Ideen einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und zugänglich gemacht. Der Landrat wies auch darauf hin, dass der Kreis in seinem Zuständigkeitsbereich schon seit längerer Zeit handele. Beispiele dafür seien der Artenschutz, Regiosaat und das Schlei-Management. Auch die Sanierung des hoch belasteten Gebietes der ehemaligen Teerpappen-Fabrik könne nun endlich nach jahrzehntelangem Zuständigkeitsgerangel angegangen werden. Ein weiterer Punkt sei die Fahrradinfrastruktur. So soll ein Dienstfahrrad-Pool eingerichtet werden. Dem ÖPNV und Job-Tickets soll mehr Gewicht verliehen werden. Für die Aktivitäten des Kreises werden aber auch dringend benötigte Partner gesucht, wie zum Beispiel die Landwirtschaft oder auch Fischereiwirtschaft. Dr. Wolfgang Buschmann ging auch noch auf ein spezielles Plakat ein. „2050 ist zu spät!“ war darauf zu lesen. Dies hat sich die Kreis-Politik auch gesagt, weshalb man sich 2035 als Ziel gesetzt hat. Man könne natürlich sagen das auch 2035 zu spät sei, aber es sei eine realistische Zielmarke.

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Elke Petersen wies darauf hin, dass es in Schleswig Menschen gibt, die sich schon jahrzehntelang für die Umwelt einsetzen. Schon 1992 habe man in der Ladenstraße auf die Klimaerwärmung hingewiesen. Man stellte ein Bett in Schleswigs Konsummeile und legte einen Globus hinein. Beschriftet wurde das Ganze mit „Die Erde hat Fieber!“. Zu ihrem Bedauern hat man dies damals offensichtlich nicht ernst genommen. Das Ergebnis sehen wir heute. Ich denke man sollte diesen Umwelt-Veteranen, die sich bis zum heutigen Tage ungebremst engagieren, reichlich Respekt zollen.

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Karin Gerhard aus Selk zeigt anschaulich, dass man auch Dinge bewegen kann, in dem man eben einfach selbst aktiv wird. Sie hat für den IGU eine Aktion im lokalen Einzelhandel gestartet. Ihr waren die kleinen aufgeklebten Plastik-Schnipsel auf Obst und Gemüse ein Dorn im Auge. Sie hält diese für unnütze Produktion von Abfall und Verschwendung von Ressourcen. Sie sprach den lokalen Einzelhandel darauf an, stieß aber bei der Mehrheit der Unternehmen auf taube Ohren. Einige machten aber sofort mit, z.B. EDEKA in Kropp. Frau Gerhardt hat erkannt, dass diese Aufkleber nur hergestellt werden, um sie dann wegzuschmeißen und dass jeder unnütz hergestellter Artikel dem Klimaschutz entgegensteht. Aber es gibt noch mehr Beispiele für diese Verschwendung, wie die Pappschachteln um Zahnpastatuben und noch viel mehr. Man sollte dafür ein größeres Bewusstsein entwickeln und dann den Einzelhandel auch auf die Problematik ansprechen. Für eine weitere Verschwendung hält sie warmes Wasser zum Händewaschen z.B. in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Restaurants. Für die Handhygiene benötigt man nur kaltes Wasser und Seife, mehr nicht. Für die Weihnachtszeit und gegen den dabei in großer Menge entstehenden Abfall durch Geschenkpapier hatte sie auch einen schönen und praktikablen Tipp. Seht einfach selbst am Ende des folgenden Videos.

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Dieter Raube aus Kappeln ist entsetzt in welchem Zustand sich die Schlei in Schleswig befindet. Kein Vergleich zum Bereich Kappeln, wo sie noch relativ sauber sei. Er sprach die Verschmutzung durch den riesigen Eintrag von Plastikschnipseln seitens des Schleswiger Klärwerks an. Anders als man es der Öffentlichkeit suggerieren möchte befinde sich der größte Teil des Kunststoffmülls immer noch in der Schlei. Nur ein geringer Teil wurde herausgefischt. Erschreckend für ihn ist auch der Umgang mit dem verseuchten Gebiet der ehemaligen Teerpappenfabrik und dem dazugehörigen Kompetenzgerangel. Er ist jedenfalls froh am anderen Ende der Schlei zu wohnen.

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Der Sprecher der Demo-Organisatoren war der Meinung, dass das Klima-Paket der Regierung diesen Namen nicht verdient. Selbst die Bezeichnung Klima-Päckchen sei zu hoch gegriffen. Es sei lediglich ein A4-Blatt das sich an die Chefs der Konzerne, Kohleindustrie und diejenigen richtet, die die Politiker bezahlen. Was da beschlossen wurde überrascht nicht, ist aber verdammt enttäuschend. Von der CDU hat man nichts anderes erwartet, richtig enttäuscht ist man aber von der SPD und hält sie für rückgratlos. Angesichts des Black Friday als Zeichen des ungebremsten Konsums, rief man dazu auf seinen eigenen Konsum ständig zu hinterfragen und einzuschränken wo es geht. Obwohl es uns gut geht konsumieren wir weiter und weiter, was ein zentrales Problem für die Umwelt ist. „Denkt an die Umwelt, kein Plastik, kein Konsum.“ war das Schlusswort.

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Anja Knorr-Nabert zeigte sich etwas enttäuscht von der geringen Beteiligung der Schleswiger Demo. Sie erzählte von den Klassenkameraden ihres Sohnes, die lieber nach Flensburg zu Demo fahren, weil es dort angeblich cooler sein soll. Das sei zwar ok, weil sie dann eben dort für das Klima demonstrieren, aber sie wünschte sich für Schleswig ebenfalls ein größeres Engagement. Sowie auch eine größere Sichtbarkeit in der Presse.

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