Stadtmuseum: 100 Jahre Grenzabstimmung und Minderheiten

Der dänische König Christian X. reitet am 10. Juli 1920 in Nordschleswig ein.

Der deutsch-dänische Grenzraum gilt heute als europaweites Vorbild im Umgang mit nationalen Minderheiten und Musterbeispiel eines dauerhaften Grenzfriedens. Doch erst die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 schufen dafür eine nachhaltige Ausgangsbasis. Davor war dieser Grenzraum spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von schweren Spannungen und nationaler Ausgrenzung der Minderheiten geprägt. Diese setzten ihrerseits große Hoffnungen auf Grenzverschiebungen zu ihren Gunsten, was das gegenseitige Verhältnis nicht erleichterte. Zu Schlüsseldaten wurden das Jahr 1864, als Dänemark nach verlorenem Krieg Schleswig und Holstein an Preußen und Österreich abtreten musste, sowie 1920, als eine Abstimmung über die staatliche Zugehörigkeit Nordschleswigs zugunsten Dänemarks ausfiel. Die 100-jährige Wiederkehr der Grenzabstimmung und bis heute gültigen Grenzziehung nimmt Prof. Dr. Oliver Auge vom Kieler Lehrstuhl für Regionalgeschichte zum Anlass für eine reich bebilderte Rückschau auf die 1200-jährige gemeinsame Geschichte des deutsch-dänischen Grenzraums.

Die Abstimmungszonen 1920 (Wikimedia Commons)

Die Vortragsveranstaltung findet am Mittwoch, 22. Januar 2020, 19 Uhr im Stadtmuseum Schleswig, Ausstellungshalle, Friedrichstraße 9, 24837 Schleswig, mit Prof. Dr. Oliver Auge aus Kiel statt.

Der Eintritt beträgt 2 Euro für Mitglieder der Gesellschaft, Nichtmitglieder zahlen 4 Euro

Parkplätze sind genügend auf den Flächen des Einkaufszentrum Friedrichsberg vorhanden.