Runder Tisch zum Wikingeck

Kreis Schleswig-Flensburg setzt sich nachdrücklich für eine politische Lösung und zeitnahe Sanierung des hochbelasteten Areals ein.

Auf Einladung von Landrat Dr. Wolfgang Buschmann haben sich heute im Kreishaus Vertreter des Bundes, des Landes Schleswig-Holstein, des Kreises Schleswig-Flensburg und der Stadt Schleswig zu einem Runden Tisch getroffen. Im Mittelpunkt standen offene Fragen zur Sanierung des mit Altlasten belegten Wikingecks im Stadtgebiet von Schleswig. Mit dabei war Minister Jan Philipp Albrecht, der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein.

Ziel des rund zweistündigen Sondierungsgespräches war es unter anderem, Klarheit über die bis zuletzt strittigen Eigentumsverhältnisse am Wikingeck zu schaffen. Ende November 2019 hatte das schleswig-holsteinische Umweltministerium überraschend erklärt, dass entgegen der Grundbucheintragung nicht das Land, sondern der Bund Eigentümer der betroffenen Flächen in der Schlei sei. Auch die Stadt Schleswig hat daraufhin überprüfen lassen, inwieweit ein Teil ihrer Flächen am Wikingeck möglicherweise ebenfalls in die Zuständigkeit des Bundes fallen. Das Ergebnis der rechtlichen Prüfung steht derzeit noch aus.

„Der Kreis als untere Bodenschutzbehörde und die Stadt als sogenannte Zustandsstörerin betrachten die Sanierung des Altlasten-Standorts Wikingeck als gemeinsame Herausforderung. Diese wollen wir nun zügig und nachhaltig angehen”, sagte Dr. Wolfgang Buschmann nach dem Sondierungsgespräch. Anfang Dezember 2019 hatte der Kreis Schleswig-Flensburg ein Rechtsgutachten zur Sanierung des Wikingecks vorgelegt. Danach empfiehlt der Gutachter eine vollständige Dekontamination des betroffenen Geländes. Diese umfasst sowohl den Austausch des verunreinigten Bodens als auch der belasteten Schlei-Sedimente. Die Kosten hierfür schätzen Fachgutachter auf mehr als 14 Millionen Euro.

Grundstückseigentümer sind – nach dem derzeitigen Kenntnisstand – mehrheitlich vier Privatpersonen sowie der Bund und die Stadt Schleswig.

Zusätzlich haben sowohl das Land Schleswig-Holstein als auch der Kreis Schleswig-Flensburg angeboten, sich an den Kosten der Sanierungsmaßnahmen zu beteiligen – und dies heute im Rahmen des Runden Tisches nochmals bekräftigt. “Wir möchten langjährige gerichtliche Streitigkeiten ausdrücklich vermeiden und streben eine politische Lösung an. Insbesondere die Privateigentümer werden die Kosten alleine nicht tragen können. Hier möchten wir als Kreis mit dem Runden Tisch moderierend und bei Bedarf auch finanziell unterstützen”, so Landrat Dr. Wolfgang Buschmann weiter.

Der Kreis Schleswig-Flensburg strebt im Rahmen des Pilotprojekts “Modellregion Schlei” eine ganzheitliche Lösung sämtlicher Umweltprobleme der Schlei an. Hierzu zählt auch das Wikingeck.

Weitere Informationen zur Altlastensanierung am Wikingeck können unter www.schleswig-flensburg.de/wikingeck abgerufen werden.