Stadt Schleswig nutzt Hilfe des Ehrenamts

Solidarisch bereiten sich Bürgerinnen und Bürger sowie die Stadtverwaltung auf den nächsten Schritt vor. Die Stadt Schleswig kooperiert mit Ehrenamtlern für Botenfahrten, um eine nötige Versorgung sicherzustellen. Daher lud der Bürgermeister, Stephan Dose, am Freitag Verantwortliche aus unterschiedlichen Initiativen des Stadtgebiets in den Ständesaal ins Rathaus ein. Der Verwaltungschef modellierte gemeinsam mit Fachbereichsleiterin Bildung, Kultur und Ordnung, Dr. Julia Pfannkuch, und Maren Korban (AWO), Dr. Johannes Thaysen (Friedrichsberger Bürgerverein) sowie Bärbel Kahlund und Holger Hoffmann (FWS) einen möglichen Fahrplan und Strukturen wie ab Montag eine gemeinsame Arbeitsstrategie auszusehen hätte.

Bärbel Kahlund hatte sogleich die Corona-Hilfe-Schleswig im sozialen Netzwerk Facebok gegründet. Derzeit gibt es bereits mehr als 300 Mitglieder, berichte Kahlund. Sie schilderte einen Vorfall, der sich jüngst vor oder im Geschäft eines Einzelhandels-Betriebs in der Stadt ereignete, als ein älterer Mann fünf gleiche Konserven seiner Wahl erwerben wollte. Nur wurde die Ausgabe auf zwei Dosen pro Person beschränkt. Ernüchterung machte sich breit – bis nachfolgende Kunden glaubhaft versicherten, dass sie keine Konserven dieser Art kaufen würden; sodass der ältere Mann doch noch seine fünf Dosen bekam.

Botenfahrten – wie beispielsweise auch für das Bürgertelefon der Stadt: 04621/814-333 – will die Corona-Hilfe-Schleswig übernehmen. Kontaktmöglichkeiten bestehen unter der Emailadresse coronahilfeschleswig@gmx.de sowie über das  Büro der Freien Wähler telefonisch unter 04621/4276655 (vormittags von 9 bis 11.30 Uhr von montags bis freitags). Die Corona-Hilfe-Schleswig hat auch weitere Arbeits-/Hilfsangebote wie unter anderem Gassi gehen im Programm. Laut Hoffmann und Kahlund werden derzeit auch Flyer erstellt, die Sterndruck-Inhaber, Wolfgang Harm, kostenlos druckt und der Initiative zur Verfügung stellt.

Die städtische Fachdienstleiterin Ordnung, Carola Hofbauer-Raup, stellte im Sondierungsgespräch im Rathaus fest, dass diese Hilfe der Ehrenamtlichen im Lieferdienst auch für den Einzelhändler Famila zwingend notwendig sein wird, weil dieser Einzelhändler personell keine Belieferung möglich machen könne; was für weitere Lebensmittel-Betriebe gleichwohl gelte.

Dr. Johannes Thaysen macht sich initiativ für den Stadtteil Friedrichsberg um aktuell die Essensversorgung allgemein stark. Die beiden ansässigen Gasthöfe Gosch und Alte Schlachterei werden ab sofort Essen als Mittagsangebot zubereiten, die von der Friedrichsberger Initiative des Bürgervereins für Hilfe untereinander, ausgeliefert wird. Auch weitere Hilfestellungen wie Gassi gehen oder auch seelsorgerische Gespräche zählen zum Angebot, formulierte Dr. Thaysen weitere Möglichkeiten. Kontaktmöglichkeiten unter der Emailadresse johannes@thaysen-sl.de oder telefonisch unter 04621/33652 sind möglich.

Für die AWO gilt, dass Hilfe über das gesamte Stadtgebiet möglich ist, betonte Maren Korban – telefonisch unter 04621/33171 sowie via Email unter awo-schleswig@web.de

Im Kontext dieses Treffens wurde offenkundig, dass stadtweit derzeit die so genannten Food-Sharing-Schränke – auch für die Tafel – geschlossen werden müssten, um die Übertragungskette einzuschränken. In diesem Zusammenhang bot Bürgermeister Dose an, dass die Tafel über den Einzelhandel weiterhin Ware bekommen könnte. Jedoch muss durch die jeweilige ehrenamtliche Hilfe, eine Belieferung sichergestellt werden. Auch für diese Hilfe laufen nun die Vorbereitungen zusammen, sodass auch dort die Versorgung möglich gemacht wird.

Zudem bekommen alle Helfer der jeweiligen Teams Bescheinigungen der Stadt, um sich ausweisen zu können, dass er/sie im ehrenamtlichen Auftrag der Stadt unterwegs ist. Dieser Aspekt dient der Sicherheit für alle Beteiligten. Alle Initiativen und deren Kontaktmöglichkeiten sind auch unter der Nummer des Bürgertelefons 04321/814-333 zu erfragen.