Lebensmittel packen für Bedürftige bei der AWO Schleswig

Die Tafel Schleswig ist zurzeit geschlossen und deren Kunden trifft die Corona-Pandemie besonders hart. Verschiedene ehrenamtliche Hilfsgruppen haben heute gemeinsam versucht die entstandene Versorgungslücke ein kleines Stück abzumildern. Die AWO Ortsverein Schleswig stellte helfende Hände, Räume und Fahrzeuge zur Verfügung. Weitere Mitbürger hatten ihre Hilfe angeboten und waren ebenfalls zur Stelle. Sie füllten die recht knappen Lebensmittelspenden nach besten Gewissen in Tüten, die dann anschließend an die Haustür der Kunden geliefert wurden.

Auch ich hatte mich zum Tüten packen gemeldet und muss sagen, mich hat die Aktion sehr nachdenklich gestimmt. Aufgrund der knappen Spenden wurde es gerade zum Ende hin immer schwieriger die Tüten sinnvoll zu bestücken, was mich seit dem wirklich beschäftigt. So war man gezwungen noch einmal die bereits gefüllte Tüten durchzugehen, um gerechter umzuverteilen. Das ist wahrlich kein Vergnügen ist, wenn man auch nur im Ansatz ein emphatischer Mensch ist. Dabei kann einem wirklich das Herz bluten, denn hinter jeder Tüte steht mindestens ein Mensch und den wird man höchst wahrscheinlich enttäuschen. Man versucht sich die Person anhand ihres Namens vorzustellen und zu erraten, was sie wohl benötigen würde. Kann sie selbst backen? Darf sie Schweinefleisch essen, oder nicht? Kann derjenige, für den ich gerade packe, etwas mit Gelierzucker anfangen? Wie viele Kinder leben wohl in dem Haushalt? Haben sie vielleicht ein Haustier? Hund? Katze? So arbeitet man sich von Tüte zu Tüte und versucht das Bestmögliche zu hineinzupacken. Kartoffeln, Äpfel muss man einzeln und Stück für Stück abgezählt in die Tüten stecken. Wobei man natürlich genau weiß, dass man selbst mit 5 Kartoffeln nicht sehr weit kommen würde. Wieder realisiert man, die Spenden reichen vorne und hinten nicht. Auch deshalb nicht, weil man einen großen Teil aufgrund von Schimmelbefall schon im Vorfeld in der Bio-Tonne entsorgen musste.

Nur ein Teil der gepackten Hilfspakete.

Mich hat der heutige Vormittag sehr demütig gemacht. Es war schön ein bisschen Unterstützen zu können und ich danke jedem einzelnen “Tüten-Packer”, den beteiligten Hilfe-Gruppen und Stadt Schleswig, die diese Hilfe aus dem Nichts organisiert und möglich gemacht haben.

Zum Schluss wünsche ich mir, für den kommenden Donnerstag, noch mehr zum Verzehr geeignete Lebensmittelspenden. Einfach um noch qualitativ und auch quantitativ besser Hilfe leisten zu können. Fest steht, ich werde in der nächsten Woche wieder Tüten packen.

Hier gibt es Hilfe in der Corona-Krise

Schleswig LEBT! Online-Hilfe-Formular

  • „Direkter Draht“ der Stadt Schleswig: 04621-814333
    Erreichbar Montag bis Freitag von 08:30 Uhr bis 17:00 Uhr, an Samstagen von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr.

  • Corona-Hilfe Schleswig: 04621-4276655
    Bärbel Kahlund im Büro der Freien Wähler Schleswig. Email: coronahilfeschleswig@gmx.de oder per Online-Formular.

  • Friedrichsberger Bürgerverein: 04621-33652
    Dr. Johannes Thaysen für den Friedrichsberg. Email: johannes@thaysen-sl.de

  • AWO Schleswig: 04621-33171
    Maren Korban für das ganze Stadtgebiet. Email: awo-schleswig@web.de

  • Schleswig IF: 0157-33346335
    Email: sif-hilft@web.de