Corona: Ambulantes Monitoring als Schutzwall für Kliniken

KIEL/BAD SEGEBERG. Die Gesundheitsämter der Kreise, das Land Schleswig-Holstein sowie die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) haben sich für die Erhebung und Dokumentation im Rahmen der Corona-Pandemie enger digital vernetzt. Gesundheitsämter stellen die Isolationsdaten, Hausärzte erfragen zweimal täglich den Gesundheitszustand und Messgrößen von an Covid-19 erkrankten Patienten ab, um Krankheitskomplikationen frühzeitig zu erkennen und stationäre Behandlungen zu verhindern. Die Daten werden miteinander zweimal täglich abgeglichen. Damit steht erstmals ein digitaler Weg zwischen Vertragsärzten und Gesundheitsämtern zur Verfügung.

Dr. Heiner Garg, Minister für Gesundheit erläutert die Vorteile des ambulanten Monitorings. „Ich will mich zunächst herzlichst bei allen bedanken, auch für die Kürze der Zeit, in denen es die Beteiligten geschafft haben, ein funktionierendes Monitoring-System zu etablieren. Hausärztinnen und Hausärzte überwachen Symptome, behandeln die Erkrankung und beruhigen möglicherweise verängstigte Patientinnen und Patienten, während die Gesundheitsämter sich voll darauf konzentrieren können Kontakte nachzuverfolgen und notwendige Isolierungen anzuordnen. Der enge Austausch verhindert dabei, dass einzelne Patientinnen und Patienten durch das Netz fallen und nicht ausreichend überwacht und betreut werden. In gemeinsamer Verantwortung tragen beide Partner, die Kassenärztliche Vereinigung und der Öffentliche Gesundheitsdienst wesentlich dazu bei, diese für uns alle außergewöhnliche und herausfordernde Zeit zu meistern.“

Die 15 Gesundheitsämter Schleswig-Holsteins beteiligen sich am ambulanten Monitoring zur frühzeitigen Erfassung möglicher Komplikationen bei Patientinnen und Patienten, die mit dem neuartigen Erreger SARS-CoV-2 infiziert sind. Das hier in kürzester Zeit installierte Verfahren, das rein telefonisch durchgeführt wird, ist ein Beispiel gelungener Zusammenarbeit unter Nutzung digitaler Strukturen zwischen dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und dem niedergelassenen Sektor.

„Mit dieser neuen Schnittstelle bedienen wir eine zukunftsorientierte Vernetzung zur Optimierung des Gesundheitssystems in Schleswig-Holstein, welches auch über die Pandemie hinaus zielführend für den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein eingesetzt werden kann“, so Dr. Maria Kusserow, Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises Ostholstein.

„Wir sehen hierin einmal mehr, welche enorme Bedeutung die Digitalisierung bei der Bewältigung einer solchen Krise hat. Mit der Vernetzung untereinander, dem Austausch der Daten und dem täglichen Monitoring durch die niedergelassenen Ärzte schaffen wir einen wichtigen Baustein, um Covid-19-Patienten engmaschig ambulant zu begleiten und das stationäre System vor einer zu frühen Überlastung zu schützen“, sagte die Vorstandvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke. Das ambulante Monitoring sieht vor, dass der behandelnde Arzt zweimal täglich telefonisch den Gesundheitszustand des Patienten abfragt und die abgefragten Parameter auf einem 7-Tage-Protokoll dokumentiert. Zudem wurde ein lungenärztlicher Hintergrunddienst für Rückfragen des Patienten eingerichtet. 30 notfallkompetente Anästhesisten übernehmen im Wechsel den Dienst für eventuelle Hausbesuche, sollten sich Komplikationen ergeben.

Für den reibungslosen Austausch der erforderlichen Daten wurden zwischen den Datenbanken des Landes, der Gesundheitsämter und der KVSH entsprechende Schnittstellen geschaffen. Dies erlaubt einen schnellen und sicheren Austausch sowie den erforderlichen Zugriff der relevanten Stellen untereinander.