Landrat diskutiert mit Politik und Wirtschaft über Handlungsmöglichkeiten

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf unsere Wirtschaft im Kreisgebiet? Wie macht man aus der Corona-Not eine Tugend? Das erste Wirtschaftsforum „Regionale Wirtschaft in der Krise – Blick zurück und nach vorn“ des Kreises am Freitag, 5. Juni, beleuchtete Folgen und Chancen der Corona-Krise.

Der Landrat, der zugleich Moderator war, sprach zu diesem Thema mit hochrangigen Vertreter*innen aus Politik, unter ihnen auch Bundestagsabgeordnete Petra Nicolaisen, sowie Branchenvertreter*innen aus Wirtschaft, Industrie, Touristik, Handwerk und Kultur. Ort des Geschehens: der zum Forum unter Corona-Hygienevorgaben umfunktionierte große Sitzungssaal der Kreisverwaltung.

Zu Beginn des Forums stellte der Landrat klar, dass es das Ziel des Fachforums sei, ein möglichst vollständiges und zugleich differenziertes Bild der regionalen Wirtschaft aufzuzeigen und Lösungsansätze und Hilfsmaßnahmen zu diskutieren. Eine besondere Bedeutung bekam daher auch die Teilnahme der Bundestagsabgeordneten Petra Nicolaisen, die das gerade beschlossene Konjunkturprogramm der Bundesregierung vorstellte.

Das Paket ist auch an Klimaschutz und der Förderung von Zukunftstechnologien ausgerichtet und hat eine sozialpolitische Komponente. Kernpunkte sind die Senkung der Mehrwertsteuer sowie Entlastungen für Familien, Wirtschaft und Kommunen. Gezielt ging Petra Nicolaisen auf die die Kommunen betreffenden Aspekte des Gesamtpaketes ein, wie die Unterstützung bei der Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs oder der Übernahme der zu erwartenden Ausfälle bei der Gewerbesteuer, die jeweils zur Hälfte von Bund und Land getragen werden.

Die Landtagsabgeordneten Birte Pauls, Andreas Hein und Joschka Knuth waren sich einig, dass das Konjunkturprogramm des Bundes auch für die Kreisregion eine große Chance darstellt.

Alle Beiträge zeigten auf, dass die Folgen der Corona-Krise sich unterschiedlich auf die verschiedenen Branchen ausgewirkt haben. Die Teilnehmer*innen stellten dabei fest, dass viele Betriebe einen extrem hohen Beratungsbedarf über Hilfeangebote von Bund und Land haben. Auch sind die Zahlen der abgeschlossenen Ausbildungsverträge stark gesunken. Ein zusätzlicher Einbruch der regionalen Wirtschaft ist im Spätsommer und Herbst zu erwarten.

Besonders lobten sowohl die Bundestagsabgeordnete Petra Nicolaisen als auch die Landtagsabgeordneten Birte Pauls, Andreas Hein und Joschka Knuth das Krisenmanagement des Gesundheitsamtes des Kreises. Aber es gab auch Kritik von Branchenvertreter*innen, weil viele Verwaltungsdienstleistungen in der Corona-Krise nicht mehr angeboten wurden.

Zum Ende stellten die Vertreter fest, dass sich ein Trend bereits jetzt abzeichnet und eine Chance für die Region sein könnte: Wasserstoff kann auch im Kreisgebiet fossile Energieträger zu einem entscheidenden Teil ersetzen und ein regionaler Wirtschaftsfaktor sein. Insgesamt habe der Kreis Schleswig-Flensburg viel Potential, was den Ausbau von Windenergie, Gewerbeflächen oder die Grenzlage zu Dänemark betrifft.

Daher wird auch der Kreistag des Kreises in seiner Junisitzung eine mögliche Wasserstoffstrategie für die Kreisregion thematisieren.

„Das heutige Fachforum hat gezeigt, dass es einen großen Bedarf für den Austausch zu allen Fragen der Wirtschaft in dieser besonderen durch die Corona-Krise geprägten Zeit gibt. Eine Zeit, die auch Chancen für unsere Region wie die Energiewende und Umweltinnovationen aufzeigt. Wer die Region mitentwickeln möchte, kann sich aktuell auf eine Stelle mit genau diesen Schwerpunkten in unserem Sachgebiet Regionalentwicklung bewerben. Alle Informationen stehen unter www.schleswig-flensburg.de/Stellenangebote zur Verfügung. Wir freuen uns auf spannende Bewerbungen“, teilte Landrat Dr. Wolfgang Buschmann mit. Eine Neuauflage des Fachforums ist für den Herbst geplant. 

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