Demo für ein fahrradfreundliches Schleswig

Die Grünen veranstalteten gemeinsam mit dem ADFC eine Demonstration für ein fahrradfreundliches Schleswig. Der Schleswiger Stadtrat beschloss bereits im September 2018, und dies einstimmig, dass Schleswig eine Fahrradstadt werden soll. Passiert ist seit diesem Bekenntnis aber nicht wirklich viel, dazu genügt es sich einfach mal selbst auf einen Drahtesel zu setzen und eine Radtour durch unsere Stadt zu machen. Das kann ein spannendes Erlebnis mit einem gewissen Grad an Nervenkitzel sein. Diesen Umstand wollen Veranstaltern und Demonstranten so nicht länger akzeptieren und fordern daher, dass die Verantwortlichen umsetzen was sie selbst beschlossen haben und längst überfällig ist. Auch sieht man relevante Planungen, die offenbar im Geheimen bereits hinter verschlossenen Türen stattfinden sehr kritisch. Demonstrant Paul kam zur Fahrrad-Demo sogar 40 Kilometer aus Husum angeradelt, um die Schleswiger bei ihren Anliegen zu unterstützen. Das nennt man dann wohl echtes Engagement und hat mich persönlich sehr beeindruckt.

Die ganze Demonstration lief sehr diszipliniert ab und wurde von den anwesenden Polizeibeamten die gesamte Strecke durch die Stadt gut geschützt und abgesichert. Danke dafür. Einen Zwischenfall begab sich auf der Königstraße. Ein älterer Teilnehmer stürzte mit seinem Fahrrad, was schlagartig deutlich machte wie wichtig gute und sichere Radwege in Schleswig sind. Für Jung und Alt gleichermaßen. Was den Sturz auslöste kann ich leider nicht genau sagen, da ich selbst ein ganzes Stück weiter vorn im Demonstrationszug fuhr. An dieser Stelle wünsche ich dem gestürzten Herrn gute Besserung und hoffe das seine Verletzungen nicht allzu schwer ausgefallen sind.

Viele Passanten, an denen der Demonstrationszug aus schätzungsweise 80 Radfahrern vorbei radelte, waren dem ganzen Geschehen eindeutig wohlgesonnen, selbst so manch ein Autofahrer hob den Daumen und bezeugte sein Wohlwollen. Erstaunlich, denn im Alltag sind diese Gruppen oftmals spinnefeind. Es geht aber augenscheinlich auch miteinander und so soll es sein. Beim Zug durch den Stadtweg konnte man aber auch die eine oder andere Unmutsbezeugung gegenüber den Demonstrierenden vernehmen, allerdings waren diese in der Minderheit und offensichtlich waren diese Passanten nicht über den wirklichen Zweck der Demo informiert. Denn darum das z.B. keiner mehr Auto fahren soll ging es hier zu keiner Zeit.

Mitglieder anderer Fraktionen aus dem Schleswiger Rathaus konnte man auf der Fahrrad-Demo nicht entdecken, jedenfalls hat sich niemand im Laufe der Kundgebung den Anwesenden gestellt und seine Sicht der Dinge dargelegt. Entsprechende Rückschlüsse daraus muss jeder für sich selbst ziehen. Geheime Planungen zu wichtigen und zukunftsweisenden Dingen, wie es wohl zurzeit geschieht, fördern jedenfalls nicht unbedingt das Vertrauen des Bürgers in die lokale Politik.

Bildergalerie von der Fahrrad-Demo