Jakobskreuzkraut im Schleswiger Galloway Park

Von Links: Jens Bagehorn-Delor, Grünplaner der Stadt und Gerd Kämmer, Pächter und Kreisnaturschutzbeauftragter

Der Bestand von Jakobskreuzkraut im Galloway Park ist keinerlei Grund zur Panik und es wurde beschlossen in der jetzigen Situation nicht dagegen vorzugehen, um es kurz vorweg zu nehmen. Warum das so ist, erklären uns Gerd Kämmer (Bunde Wischen) als Pächter der Fläche und als Kreisnaturschutzbeauftragter und Jens Bagehorn-Delor dem Grünplaner der Stadt Schleswig.

Heimische und ökologisch wertvoll

Bei dem Jakobskreuzkraut handelt es sich um eine zwar, wie bei vielen anderen heimische Pflanzen auch, um eine giftige Pflanze, ökologisch aber um eine auch sehr wertvolle Pflanze. Viele Insekten, zum Teil auch seltene leben von oder mit dem Kraut, dass zum normalen Pflanzenspektrum Schleswig-Holsteins gehört.

Gefahr für die weidenden Tiere auf der Fläche?

Die im Park weidenden Galloways sind vom Jakobskreuzkraut in keiner Weise bedroht, denn sie fressen die sehr bittere Pflanze nicht. Eine Gefahr bestünde nur wenn man sie abmähen und als Heu an seine Tiere verfüttern würde, denn in diesem Falle kann das Gift von den Tieren nicht wahrgenommen werden und diese schädigen. Zur Heuproduktion werden die fraglichen Flächen aber nicht benutzt.

Gift im Honig?

Auch hier geht keine Gefahr vom Bestand des Jakobskreuzkrauts auf der Weidefläche aus, denn dazu wäre es notwendig das Bienen auf der Fläche stehen würden, dies ist aber nicht der Fall. Auch hat sich bis zum heutigen Tage kein einziger Imker über den Bestand beschwert. Neuere Untersuchen zeigen zudem das sich das Gift im Honig sehr schnell bis auf ein geringes Maß abbaut. Frühlingshonig sei, zu dem auch zu keinem Zeitpunkt gefährdet, da das Jakobskreuzkraut zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht blüht und der fachkundige Imker würde seinen Honig zudem vor der Blüte der Pflanze schleudern.

Kinder in Gefahr?

Auch dies kann man wohl ausschließen, denn die Pflanze ist extrem bitter so dass kein Kind das Kraut freiwillig naschen würde. Besorgte Eltern bräuchten sich also deshalb keine Angst haben und sollten sich statt dessen einmal im eigenen Garten nach giftigen Pflanzen mit verlockenden Früchten, wie z.B. dem so beliebten Kirschlorbeer sorgen machen von denen eine deutlich höhere Gefahr ausgeht.

Ausbreitung

Eine Gefahr bezüglich der Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts auf angrenzende Flächen besteht ebenfalls nicht. Der Nabu, BUND und auch das Umweltministerium raten dringend zu einem besonnenen Umgang mit dieser Pflanze. Diese hat in der Natur auch Feinde die ihr den Garaus machen, wie zum Beispiel die Raupe des Blutbären, der nicht von ungefähr auch Jakobskrautbär genannt wird. Die Raupe frisst das Kraut, um sich mit dessen Gift selbst vor Fressfeinden zu schützen. Also ist eine allgemeine Panik vor dem Jakobskreuzkraut nicht angebracht. An anderen Stellen zum Beispiel auf Pferdeweiden und Wiesen auf denen Heu geerntet wird muss man allerdings durchaus handeln.

Viele weitere Details

verraten Gerd Kämmerer und Jens Bagehorn-Delor in dem folgenden Mitschnitt des gestrigen Pressetermins.

Broschüre des Landes zum Thema Jakobskreuzkraut

Weitere, tiefgreifende Informationen zum Thema bietet die Broschüre Umgang mit dem Jakobskreuzkraut – Meiden – Dulden – Bekämpfen.

Link zu einem Artikel zum Thema JKK & Honig im “Bienenjournal” Jakobskreuzkraut im Honig: Giftig oder nicht?

https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Neues-zum-Jakobskreuzkraut-JKK-Honig-baut-Giftstoffe-in-kurzer-Zeit-ab

4 Kommentare

  1. Das sich das Jocobskreuzkraut im Honig abbaut stimmt nicht so ganz. Es gibt in Deutschland und auch in Eckernförde, den einen und anderen Imker, die ihre Sommertracht entsorgen musste, da der Wert im Honig von Jacobskreuzkraut weit überschritten war und nicht mehr in den Verkauf kommen durften. Hier ist der Bericht nicht ganz stimmig.

    1. Ahoi Michael,
      vielen Dank für deinen Hinweis. Ich habe den Text etwas spezifiziert, denn Herr Kämmer hat nicht behauptet das sich das Gift komplett abbaut, wohl aber zum größten Teil. Im Video gibt es ja die originalen Ausführungen und auch den entsprechenden Hinweis, dass man vor der Blüte des Jakobskreuzkrautes seinen Sommer-Honig schleudern sollte. Was wohl einige Imker auch so tun, andere nicht. Es gibt da offenbar unterschiedliche Herangehensweisen und natürlich Meinungen. Zur Giftigkeit und Spuren des Giftes im Honig habe ich folgenden Artikel auf bienenjournal.de gefunden:
      https://www.bienenjournal.de/imkerpraxis/fachberichte/jakobskreuzkraut-honig/ Hier legt man dar, dass der Honig selbst aus Risikogebieten den gültigen Richtwert nur selten überschreiten und viele weitere interessante Details.

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