Jahreshauptversammlung des BUND Schleswig-Flensburg

Auf der Jahreshauptversammlung der BUND-Kreisgruppe Schleswig-Flensburg am Montag im Schleswiger Hotel Alter Kreisbahnhof standen Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Nicht wieder kandidierten die stellvertretende Vorsitzende Rita Krippner und Kassenwart Dr. Kurt Knolle-Lorenzen, der nach 16 Jahren die Kasse in jüngere Hände übergeben wollte. Der Vorsitzende Rainer Borcherding wurde einstimmig für die nächsten zwei Jahre wiedergewählt, ebenso Andrea Ermling als 2. Vorsitzende und Dietmar Ulbrich als Kassenwart. Für Rita Krippner rückt Jessica Krull als Schriftführerin in den Vorstand nach. Rainer Borcherding dankte den beiden ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihre engagierte Arbeit.

Im Anschluss hielt Michael Packschies, Leiter der Abteilung Naturschutz und Landschaftspflege der Stadt Eckernförde, seinen Vortrag „Biologische Vielfalt in der Stadt! Was kann die Kommune tun?“ Er zeigte auf, welche Veränderungen zu viel Grün in der Stadt möglich sind, wenn in der Planung rechtzeitig die Weichen gestellt werden, um Wohn- und Gewerbebebauung auf Flächen mit wenig Biotopqualität zu planen. Im Gegenzug hat man in Eckernförde bewusst vorhandene Grünstrukturen erweitert und so für ein hervorragendes Wohnklima mit breiten Biotopstrukturen gesorgt, die bis in die Innenstadt reichen. Packschies zeigte in beeindruckenden Bildern an vielen Beispielen auch, dass selbst bei dichter Bebauung vielfältige Maßnahmen möglich sind, um mehr Grün in die Stadt zu bekommen, wie etwa durch vorgeschriebene Grasdächer auf Supermärkten und Gewerbebetrieben.

Voraussetzung für eine solche Stadtplanung sei nicht nur das konsequente Planen der Behörden, sondern ebenso die Bereitschaft der Stadtpolitiker, den ökologischen Umbau langfristig zu unterstützen. In der Diskussion wurde bemängelt, dass eine solche Weitsicht in Schleswig in den letzten Jahrzehnten fehlte, wo es gerade in jüngster Zeit durch die Umwandlung von Kleingartengebieten zu Wohngebieten zu gravierenden Verlusten bei den „Grünfingern“ in die Stadt gekommen ist. Mancher der Besucher fragte sich, wie Schleswig heute aussehen würde, wenn Packschies Mitte der 1980er Jahre als Grünplaner statt nach Eckernförde nach Schleswig gekommen wäre, wo er als Student an der Umwelterhebung, der Kartierung der Stadtnatur, gearbeitet und den „Kleinen Umweltführer der Stadt Schleswig“ herausgegeben hatte.