Aktion Faire Woche am Kornmarkt

Die Stadt Schleswig hat sich auf den Weg gemacht das Siegel “Fairtrade Town” zu erhalten und am gestrigen Samstag fand am Kornmarkt die erste von zwei Informationsveranstaltungen statt, die zweite findet am kommenden Samstag dem 19. September an gleicher Stelle statt.

Ziel der Aktionstage der “Fairen Woche” ist es die Bürger darüber zu informieren was das Siegel “Fairtrade Town” für die Stadt Schleswig bedeutet und was man dafür tun und ändern muss. Auch geht es darum die Bürger das Thema fairer Handel näher zu bringen und sie zu sensibilisieren. Die jungen Grünen informierten über in Schleswig erhältliche faire Produkte und wo man sie in unserer Stadt käuflich erwerben kann und sie sind inzwischen, wenn man mal genauer hinschaut, fast überall zu erstehen. Weiter konnte man am Stand der Grünen mal am Glücksrad drehen und faire Produkte gewinnen und probieren.

Gutes Leben, nicht nur für uns in den reichen Industrieländern, sondern für alle Menschen auch dafür steht der faire Handel. Was bedeutet gutes Leben eigentlich für die Schleswiger? Was sind die vier wichtigsten Punkte für unsere Bürger? Bei den Grünen konnte man dies an einer Tafel mittels vier Klebepunkte einmal kundtun.

Eine schöne Mitmach-Aktion hat der Weltladen am Kornmarkt initiiert. Kinder durften Fairtrade-Schokoladentafeln mit Blanko-Etiketten selbst bemalen und gegen eine kleine Spende dann mitnehmen und vernaschen. An dieser Aktion waren auch einige Kornmarkt-Höker, wie z.B. Harry Ober mit seinem Wein & Whisky Depot dabei. Super, wenn man spontan zusammenarbeitet und in Schleswig oftmals nicht selbstverständlich. Leider.

Fairtrade ist nicht gleich Fairtrade. Tatsächlich gibt es hier zum Teil gravierende Unterschiede im Fairtrade-Anteil der verschiedenen Produkte, worüber Matthias Hertel vom Weltladen gerne informierte. In meinem Bekanntenkreis wird dies immer gern mal als Ausrede benutzt die etwas teureren Fairtrade-Produkte zu kaufen. Wobei der Kauf eines nur 60%tigen Produktes schon besser ist als der Kauf eines konventionellen Vergleichsproduktes, dass sollte jedem einleuchten. Die Fairtrade-Produkte, die ich selbst regelmäßig kaufe, wie z.B. Kaffee ist zu 100% fair. Ich muss aber eingestehen, dass ich erst nach der Veranstaltung mal diesbezüglich nachgeschaut habe. Die für die Schokoladen-Malaktion des Weltladens verwendete Schoki trägt das GEPA-Siegel und diese Produkte sind immer zu 100% fair. Wieder was gelernt, aber darum geht es hier ja schließlich.

Neben einer Bodenzeitung zum Thema fairer Handel, gab es beim Weltladen auch eine solche zum Thema “Gutes Leben”. Wenn man sich dann mal die fünf Minuten Zeit mimt diese zu lesen, fängt man an über gewisse Dinge in unserer vom Konsum gesteuerten Leistungsgesellschaft nachzudenken und sich selbst und sein Handeln zu hinterfragen. Zumindest bei denjenigen unter uns, die sich noch ein Rest von Empathie bewahrt haben, schätze ich.

Ein weiteres Thema des Tages war auch, dass noch immer nicht zustande gekommene Lieferkettengesetz. Sowohl bei den Grünen, der Jugendkonferenz und Matthias Hertel vom Weltladen ist dies ein wichtiges Thema, was die Art und Weise des globalen Handels angeht. Worum es dabei im Detail geht, erklärt Matthias Hertel im nachfolgenden Video. Das Video enthält ebenfalls die Interviews zur Thematik, die Erik Ode von der Jugendkonferenz mit Bürgermeister Stephan Dose (SPD), dem stellvertretendem Bürgermeister Helge Lehmkuhl (CDU) und Jürgen Lorenzen (Betriebswirt und ehrenamtlich tätig in der SPD) geführt hat: