Schleswiger Forum Preis 2020 verliehen: Herausragende Arbeiten zu den Themen „Daten als Handelsware“ und „Staatliches Monopol im Lotterierecht“

Bürgermeister Stephan Dose und Preisträgerin Johanna Jöns. Foto: Stadt Schleswig

SCHLESWIG. Im großen Sitzungssaal des Oberverwaltungsgerichts in Schleswig fand am Freitag, 18. September, die Preisverleihung des 24. Schleswiger Forums für Öffentliches Recht statt in den Kategorien „Herausragende Dissertation“ und „Herausragende Schwerpunktarbeit“. Nach der Corona bedingten Absage des eigentlichen Forums – einer Tagung für Juristinnen und Juristen zu aktuellen Fragen des Verwaltungsrechts – wollte es sich die Veranstaltergemeinschaft nicht nehmen lassen, in kleinem Kreis wenigstens die Preisverleihung vorzunehmen, die sonst im Verlauf der Tagung erfolgt. So konnten die Preise dieses Jahr bereits zum fünften Mal vergeben werden.

Der Forum-Preis wird in Anerkennung hervorragender wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiet des Öffentlichen Rechts verliehen, skizzierte Laudatorin Dr. Julia Pfannkuch in ihrer Rede zur Dissertation von Johanna Jöns mit dem Thema „Daten als Handelsware – zur verfassungskonformen Ausgestaltung des Datenrechts nach dem Vorbild des Immaterialgüterrechts“. Die mehrheitlich für preiswürdig befundene Arbeit der heute in Kassel tätigen Juristin wurde im Sommersemester 2018 als Dissertation an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel angenommen. Für die ausgewählte herausragende Dissertation ist eine Summe von 2.500 Euro vorgesehen. Dr. Julia Pfannkuch, selbst Juristin und Fachbereichsleiterin Bildung, Kultur und Ordnung der Stadt Schleswig, stellte im Vergleich der vorgelegten Dissertationen die hohe Aktualität der ausgezeichneten Arbeit von Johanna Jöns heraus. „Die Dissertation bietet einen eigenen ausgewogenen Lösungsansatz, der sowohl dem Persönlichkeitsrecht einerseits als auch der Handbarkeit personenbezogener Daten andererseits Rechnung trägt“, so Dr. Pfannkuch. Die Arbeit von Jöns sei für die Praxis von höchster praktischer Relevanz.

Bürgermeister Stephan Dose und Preisträger Fynn Gräber sowie OVG-Präsidentin Maren Thomsen und Rechtsanwalt Arno Witt vom Anwalts Verein (v.li.). Foto: Stadt Schleswig

Ferner verliehen die Veranstalter des Schleswiger Forums den jährlichen Preis in der Kategorie „Herausragende Schwerpunktarbeit“ im Schwerpunktbereich „Staat und Verwaltung“. Ausgezeichnet wurde die Arbeit von Fynn Gräber, der zurzeit an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Rechtswissenschaften studiert und als Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Öffentliches Recht bei Prof. Dr. Florian Becker tätig ist. Sie trägt den Titel „Ist ein staatliches Monopol für die Veranstaltung von ,Großen Lotterien‘ mit Unionsrecht vereinbar?“. Diese Auszeichnung war mit einem Preisgeld von 500 Euro dotiert. Sein Erstgutachter und Laudator, der Richter am Verwaltungsgericht Dr. Malte Engeler, betonte, dass sich die Fähigkeit des Preisträgers heraushebe, die Rechtswissenschaft und die Sprache der Juristinnen und Juristen für jedermann zugänglich zu machen. In diesem Sinne sei die Schwerpunktarbeit nachahmenswert. Besonders die Auswertung der Literatur, vor allem aber die Analyse der Rechtsprechung des EuGH und die Einarbeitung der Besonderheiten des Kohärenzgebots zeigen eine bemerkenswerte Durchdringung der Materie.

Bürgermeister Stephan Dose gratulierte beiden Preisträgern ausdrücklich und bemerkte, dass sich die Stadt Schleswig und stellvertretend für die Veranstalter die Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts, Maren Thomsen, darauf freuen, dass, wenn die Infektionslage im nächsten Jahr soweit beherrschbar sein wird,  das Forum verantwortbar im gewohnten Rahmen stattfinden kann.


Zur Veranstaltergemeinschaft zählen: die Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtages sowie des Landesverfassungsgerichts, die Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts, das Lorenz von Stein-Institut für Rechtswissenschaften, die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel, die Arbeitsgemeinschaft Verwaltungsrecht im Deutschen Anwalt Verein – Landesgruppe SH, der Verein Kieler „Doctores Iuris“ und die Compolicy GmbH sowie die Stadt Schleswig als „Justizthauptstadt“ des Landes Schleswig-Holstein.

Ansprechpartner für die Stadt Schleswig: Eric Gehrke 04621/814-130; e.gehrke@schlewsig.de : für das Oberverwaltungsgericht: Christine Nordmann, 04621/86-1636; christine.nordmann@ovg.landsh.de