Karte der möglichen Atommüll-Endlagerstätten veröffentlicht

Am 28. September hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit dem „Zwischenbericht Teilgebiete“ eine Karte der möglichen Atommüllendlager-Standorte in Deutschland veröffentlicht. Etwa die Hälfte der Bundesrepublik kommt nach derzeitigem Sachstand für die weitere Endlagersuche in Frage. Unter den noch möglichen Standorten ist auch der Salzstock Sterup in Angeln.

„Uns überrascht dieser Teilbericht nicht“ sagt Uta Bergfeld, Sprecherin des Kreisverbands Schleswig-Flensburg von Bündnis 90/ DIE GRÜNEN. „Wir haben uns schon 2016 bei der Verhinderung der Erdölsuche am Salzstock Sterup intensiv mit vielen Fakten beschäftigt und wussten, das dieser Standort auch als Atomendlager zur Auswahl stehen könnte. Allerdings zeigen vorliegende Geodaten, dass im Steruper Salzstock hohe Bewegungspotenziale wahrscheinlich sind. Das könnte eine Endlagernutzung ausschließen.“

Ihr Sprecherkollege Rainer Borcherding ergänzt: „In dieser schwierigen Thematik sind größtmögliche Transparenz und Bürger*innenbeteiligung wichtig, wie sie im Auswahlgesetz festgeschrieben sind. Wir erwarten außerdem von der BGE, dass sie klarer als bisher über die Suche nach zusätzlichem Lagerplatz für schwach und mittel radioaktiven Atommüll kommuniziert. Wahrscheinlich braucht Deutschland nämlich zwei atomare Endlager.“

Nach geologischen Erkenntnissen sind Salz, Ton und Granit für atomare Endlager geeignet. Im ersten Schritt der Endlagersuche ging es darum, ergebnisoffen festzustellen, wo in Deutschland solche geologischen Formationen in ausreichender Stabilität vorhanden sind. In mehreren weiteren Schritten soll bis 2030 mindestens ein Ort in Deutschland als atomares Endlager ausgewählt, bis 2050 gebaut und bis 2080 befüllt werden.

Uta Bergfeld: “Wir GRÜNEN waren immer gegen Atomkraft mit ihren verheerende Risiken und haben auch immer auf die ungeklärte Endlager-Problematik hingewiesen. Die Atomkraftwerke wurden trotzdem gebaut. Nun muss Deutschland verantwortungsvoll die sicherste mögliche Lagerung des hoch radioaktiven Atommülls für 1 Millionen Jahre gewährleisten.“ Die Grünen unterstützen das Standortauswahlgesetz, damit das Endlager in Deutschland nach rein wissenschaftlichen, geologischen Kriterien und mit Transparenz ausgewählt wird – nicht aus politischen Gründen, wie bei dem gescheiterten Standort in Gorleben. 

Bisher lagert der hochradioaktive Atommüll überwiegend in „Castor“-Behältern auf dem Gelände der Atomkraftwerke. Diese Lagerung ist bis Mitte der 2040er Jahre genehmigt. Dazu Borcherding: „Weder technisch noch hinsichtlich der Sicherheit ist diese Unterbringung befriedigend. Wir müssen zügig die größtmögliche Sicherheit für die Bevölkerung und die vielen nachfolgenden Generationen herstellen und geeignete Endlager errichten. Dabei darf das Motto „Nicht vor meiner Haustür“ nicht gelten, selbst wenn sich niemand ein Endlager in Schleswig-Holstein wünscht.“

Eine öffentliche Online-Auftaktveranstaltung zur Fachkonferenz Teilgebiete findet am 17. und 18. Oktober 2020 statt. Weitere Informationen unter 

https://www.endlagersuche-infoplattform.de/webs/Endlagersuche/DE/Fachkonferenz/fachkonferenz_node.html#vt-sprg-1