Make Rojava green again

So lautete das Thema bei unserem letzten Grünschnack am 1.Okt. im Alten Kreisbahnhof.

Wer oder was ist Rojava? Warum Green again?

Chris, Referent der gleichnamigen Kampagne, der einige Zeit in Rojava gelebt hat, nahm uns mit seinem Vortrag in eine Welt, von der ich noch nie gehört hatte. Rojava , im Nordwesten Syriens
gelegen , steht für Basisdemokratie, Frauenbefreiung und Ökologie .
Nach dem Arabischen Frühling 2011 hat sich in Nordsyrien zunächst die Gewaltherrschaft des Islamischen Staates ausgebreitet. Kurdische Befreiungseinheiten konnten den Islamischen Staat jedoch kurz darauf zurückdrängen.
Bis heute steht Rojava unter Druck. Vor allem das Türkische Regime , aber auch die Streitkräfte Assads und Islamist*innen gefährden die Stabilität der Region Nordsyrien.
Mithilfe eines dezentralisierten Gewaltmonopols konnte sich die Gesellschaft in Rojava allerdings bis heute gut behaupten. Überwiegend weibliche Selbstverteidigungseinheiten begleiten öffentliche Versammlungen.
Die Sozial-Ökologische Revolution hat das Ziel, eigene Strukturen losgelöst von einem kapitalisierten und autoritären Staat aufzubauen.

Die Idee von Rojava basiert auf drei Säulen:

  • · Basisdemokratischer Konföderalismus
  • · Frauenbefreiung
  • · Ökologie

Der Basisdemokratische Konföderalismus verfolgt die Idee, in kleinen Räten Wissen auszutauschen und selbstverwaltet Lösungen zu entwickeln. Die Räte bestimmen in Nachbarschaftssitzungen gemeinsam, zum Beispiel über die Gestaltung ihrer Straße. Es gibt keine staatlich geschaffenen Verwaltungseinheiten, die übergeordnet sind.

Die Frauenbefreiung ist ein zentraler Aspekt in der Gesellschaft von Rojava. Frauen bestimmen und wirken in allen Gruppen und bei allen Aufgaben gleichberechtigt mit. Zusätzlich stärken sich Frauen gegenseitig in Frauenräten. Die Analyse der Gesellschaft ist, dass in sich krisenhafte Systeme wie Kapitalismus und Hierarchie nur durch das Patriarchat entstehen konnten. Deshalb muss das Patriarchat überwunden werden.

Als dritte Säule trägt die Ökologie zur Sozial-Ökologischen Revolution bei. Im Vergleich zum mitteleuropäischen Verständnis begreifen die Menschen in Rojava die Ökologie nicht als nachhaltigen Umgang mit der Umwelt (Natur als Objekt, dass durch den Menschen als handelndes Subjekt beliebig verändert wird), sondern als dem Menschen gleichwertige, zweite Natur mit der im Einklang gelebt werden muss. Konkret wird in Rojava versucht, mit Wissen über heimische Pflanzen und Ansätze der Permakultur Lebensqualität zu schaffen.

Green again, bedeutet, dass u.a. auch wieder Bäume gepflanzt werden, was unter dem Assad Regime in dieser Gegend, der Kornkammer Syriens ,verboten war. Ein berührender Vortrag ,der uns sensibilisierte. Was können wir hier vor Ort tun ,um diese Initiative zu unterstützen und den Menschen vor Ort zu helfen? Was könnten wir von der Idee auch in Schleswig umsetzen?
Wir könnten eine Städtepartnerschaft z.B. mit der Stadt Derik bilden und Partnerschaften von Schulen,Vereinen ,Geschäften anregen.

Wir müssen uns stark dafür machen, dass Deutschland keine Waffen mehr an die Türkei liefert.
Die Grünen sollten sich verstärkt mit der Grün-Linken Partei HDP in der Türkei solidarisieren.
Das Verbot der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) sollte neu debattiert werden.

Der Grüne Ortsverband Schleswig und Umgebung will weiter daran arbeiten und Rojava bei den nächsten Grünschnacks zum Thema machen.

Nächstes Treffen des OV Schleswig am 29.10. um 18.30 Uhr im Grünen Büro am Kornmarkt.