Privatarmee im Bahnhofswald Flensburg

Privatarmee im Bahnhofswald Flensburg

19. Februar 2021 Aus Von Andreas Franke

In beispielloser Weise haben am Freitagmorgen die am Flensburger Bahnhofswald tätigen Hotel-Investoren zur Selbstjustiz gegriffen. Sie haben mit Zäunen das Waldstück abgesperrt und sind offenbar sogar mit Gewalt gegen die Baumbesetzer*innen vorgegangen.

„Ein solcher Einsatz einer Privatarmee ist an Arroganz nicht zu überbieten und zeigt erschreckend, was von der Gesetzestreue dieser Investoren zu halten ist“ empört sich Rainer Borcherding, Sprecher der GRÜNEN Schleswig-Flensburg.

Auch den Aspekt der Seuchenbekämpfung, der gerade in Flensburg und gerade jetzt von höchster Bedeutung ist, ignoriert dieses Vorgehen. Dazu Uta Bergfeld, Sprecherin des GRÜNEN Kreisverbandes Schleswig-Flensburg: „Die Investoren zwingen mit diesem Gewaltakt die Polizei zu einem massiven Einsatz, der für die Beamt*innen selbst, aber auch für alle anderen Beteiligten eine massive Seuchengefahr durch Corona erzeugt. Ich bin fassungslos, was diese Leute meinen, sich erlauben zu können.“

Uta Bergfeld und Rainer Borcherding. Foto: Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Schleswig-Flensburg

Rainer Borcherding ergänzt: „Wer Straftaten organisiert, indem er bezahlte Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstrant*innen hetzt, hat jeden moralischen Anspruch auf Schadensersatz verspielt. Wer mit großen Bauten schon so viel Geld verdient hat, dass er offenbar glaubt, sich alles erlauben zu können, muss auf den Boden von Gesetz und Gemeinwohl zurück geholt werden. Wir hoffen sehr, dass die Polizei ohne Blessuren diese versuchte Selbstjustiz beenden wird.“

Niklas Ernst, Kreisgeschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Schleswig-Flensburg