Vogelgrippe im Kreisgebiet: Tote Wildvögel im Bereich um die Stadt Kappeln

Vogelgrippe im Kreisgebiet: Tote Wildvögel im Bereich um die Stadt Kappeln

22. Februar 2021 Aus Von Andreas Franke
Bild von NickyPe auf Pixabay

In den letzten Tagen sind zahlreiche verendete Wildvögel im Kreisgebiet, insbesondere auch im Bereich um die Stadt Kappeln, aufgefunden worden. Sie werden aktuell im Landeslabor Neumünster bzw. am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf das Geflügelpestvirus untersucht.

Um die Nutztierbestände im Kreis zu schützen, hat das Veterinäramt des Kreises im November 2020 eine Allgemeinverfügung erlassen. Seit diesem Zeitpunkt müssen Hühner, Enten & Co im Kreisgebiet und in der Stadt Flensburg im Stall bleiben.

„Die Gefahr von Ausbrüchen ist weiterhin hoch. In Schleswig-Holstein wie auch in Niedersachsen gab es mehrere Vogelgrippe-Ausbrüche – auch in größeren Nutztierbeständen. Ich gehe daher aktuell davon aus, dass das Aufstallgebot bis Ostern andauern wird. Ich appelliere daher an alle Tierhalter, die geltenden Biosicherheitsmaßnahmen weiterhin einzuhalten, da die Geflügelpest eine hochansteckende Viruskrankheit bei Vögeln darstellt. Auch wenn das Wetter jetzt besser wird: Geflügel muss im Stall bleiben.“, appelliert der Leiter des Kreis-Veterinäramtes Dr. Volker Jaritz.

Darüber hinaus mahnt Dr. Jaritz, tot aufgefundene Wildvögel beim zuständigen Ordnungsamt zur unschädlichen Entsorgung zu melden und kranke oder verletzte Vögel in der Natur zu belassen und nicht aufzuschrecken. Der gut gemeinte Tierarztbesuch mit solchen Tieren hat unbedingt zu unterbleiben, um einer weiteren Seuchenverschleppung entgegenzuwirken.

„Wir wissen, dass das Sterben von Tieren für Beobachtende nur schwer zu ertragen ist“, sagt der leitende Amtsveterinär Dr. Jaritz. „Aber das einzige, was man in diesem Moment noch für einen Vogel tun kann, ist Respekt zu zeigen und ihn friedlich sterben zu lassen. Wer sich ihm nähert, löst einen Fluchtreflex aus und macht es für das Tier dadurch nur noch schlimmer.“

Für alle Geflügelhalter im Kreis Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg gelten weiterhin die allgemeinen Schutzmaßregeln nach der Geflügelpest-Verordnung, insbesondere die der Biosicherheitsmaßnahmen, konsequent einzuhalten. Hierzu zählt unter anderem, Geflügel nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen zu füttern und zu tränken.

Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sollen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Einträge von Virus in den Stall über Schuhe oder Kleidung sind unbedingt zu vermeiden. Deshalb sollte beim Betreten der eigenen Ställe Schutzkleidung (zum Beispiel ein stalleigener Overall und entsprechendes Schuhwerk) getragen werden.

An den Eingängen der Ställe sollten mit Desinfektionsmittel getränkte Desinfektionsmatten ausgelegt werden.  Betriebsfremde Personen dürfen grundsätzlich die Ställe nicht betreten.

Das Auftreten von vermehrten Todesfällen muss an die Veterinärbehörde gemeldet werden. Die veterinärmedizinische Untersuchung bei einem unklaren Krankheitsgeschehen im Bestand, erhöhten Verlusten in der Herde oder einer reduzierten Legeleistung sind vorgeschrieben.

Darüber hinaus sind alle bislang noch nicht gemeldeten Geflügelhaltungen beim zuständigen Veterinäramt und beim Tierseuchenfonds anzuzeigen.

Oberstes Ziel ist es, Einträge des Virus aus der Wildvogelpopulation in die Hausgeflügelbestände zu vermeiden.