NACHAHMUNG ERWÜNSCHT! – Kunst und Blumen auf dem Hertieplatz

SCHLESWIG. Hier war Nachahmung ausdrücklich erwünscht! Die sogenannten Windflüchter, die der Künstler Claus Vahle für den Hertieplatz zur Verfügung gestellt hat, haben noch andere kreative Köpfe inspiriert. Seit dem 28. April stehen nun zwölf weitere Baumsilhouetten auf dem Hertieplatz, zehn davon durch die 6d der Lornsenschule und zwei durch die Produktionsschule gestaltet. Die Künstler*innen sind zu Recht stolz auf ihr gemeinsames Werk, denn die Windflüchter können sich wahrlich sehen lassen.

Wer den Ausdruck „Windflüchter“ nicht kennt, hat sie bestimmt trotzdem schon einmal gesehen. Gemeint sind damit Bäume, die, besonders in Küstenregionen, windschief wachsen, weil dort oft ein besonders starker Wind aus vorwiegend einer Richtung weht. Bei den Schleswiger Windflüchtern handelt es sich um stilisierte Baumsilhouetten, die aus Holz ausgesägt und dann bemalt wurden.

Die Schüler*innen der 6d der Lornsenschule spielen mit ihren Kunstwerken auf die Bilder Franz Marcs an. „Seine Bilder gefielen uns gleich sehr gut, vor allem wegen der Tiere“, freut sich die dreizehnjährige Ruha. „Außerdem lernen wir gerade im Kunstunterricht etwas über ihn.“ Für den Distanzunterricht hatte sich ihre Lehrerin, Sylvia Jogwick, eine besondere Aufgabe einfallen lassen. „Die Kinder durften Geschichten zu den Bildern schreiben. So haben sie auch in dieser Zeit den Bezug zu dem Kunstprojekt nicht verloren.“ Gearbeitet wurde paarweise an jeweils einem Windflüchter. Kaum waren die Kunstwerke am vergangenen Mittwoch aufgestellt, blieben auch schon die ersten Bewunder*innen davor stehen. „Mia haben die schönen Kunstwerke magisch angezogen,“ sagt die Mutter der Siebenjährigen. Besonders angetan haben es ihr Hund, Fuchs und Katze.

Windanfällig sind nicht nur Bäume, sondern leider auch die schön gestalteten Planen der Bauzaungalerie auf dem Hertieplatz. Die Klassen 4b und 4c der Wilhelminenschule hatten im Herbst die Zaunelemente liebevoll mit Schleswiger Motiven gestaltet. Doch immer wieder wehten Teile der Galerie um oder Ösen rissen aus. Bevor weitere Bilder Schaden nehmen, kommen die verbliebenen Planen nun zurück in die Wilhelminenschule.

Die Garten-AG der Wilhelminenschule hat zwei der großen aus Europaletten gefertigten Pflanzkästen frühlingshaft bepflanzt. Zu Ostern hatte sie bereits Ostereier an den Zweigen aufgehängt. Unter fachkundiger Anleitung Ihrer AG-Leiterin und Lehrerin, Marion Schaper, haben die kleinen Gärtner*innen vor allem pollen- und nektarreiche Blumen gepflanzt. Das Ganze ist also nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch für die Insekten. Auch hier gilt: Nachahmung ausdrücklich erwünscht!