Schleswig hat, neben den Wikingern, durchaus mehr zu bieten

Damit liegt Jörg Nadler, Holmer Fischer und Organisator der Schleswiger Barocktage, absolut richtig und wer schon mal seine Veranstaltung, rund um das 18. Jahrhundert, besucht und das dort Gezeigte und Gebotene bestaunt hat, wird dies wohl uneingeschränkt bestätigen. Ich selbst habe bereits zweimal in unserem offenen Stadtmagazin darüber berichtet und freue mich auf die vierte Ausgabe der Schleswiger Barocktage. Jörg hat schon alles organisiert und vorbereitet und es wird wieder neue spannende Dinge zu entdecken geben.
Im Zuge dieser Vorbereitungen war ich eingeladen am Experiment “Waffeln backen wie um 1750” teilzunehmen, wie gewohnt im Hinterhof seines Hauses am Holm. Ich wusste, dass dies wieder sehr spannend werden würde und habe mich wirklich gefreut dabei sein zu dürfen.

Zum Einsatz kamen zwei originale Waffeleisen aus dem 18. Jahrhundert, die Jörg erstanden hat. Eines aus Eisen und ein weiteres aus Messing und beide geziert von kunstvoller Ornamentik. Das Waffelteig-Rezept stammt aus dem Nachdruck eines Kochbuches aus dieser Zeit und ist nichts für Menschen, die FDH machen müssen. Zucker, Mehl, Sahne und viel gute Butter verheißen einen Gaumenschmaus. 😉

Der Weg zu einer perfekten Waffel, war allerdings durchaus steinig. Denn gebacken wurde über der offenen Feuerstelle in welcher reichlich Brennholz für die benötigte Temperatur sorgte. Das Problem? Vielfältig! Wie heiß muss das Eisen sein? Wieviel Teig darf auf das jeweilige Eisen? Wie lang müssen die befüllten Eisen im Feuer verweilen, bis eine perfekte Waffel heraus kommt? Wie oft müssen die Eisen gebuttert werden, damit sich die Waffeln auch aus der Form lösen? All dies herauszufinden war gar nicht so einfach, aber eben auch sehr spannend zu erforschen. Keiner der Anwesenden hatte dies bisher jemals selbst versucht. Und doch, nach einigen “Brandenburgen” oder klebenden, klitschigen Fehlversuchen, gelang das Experiment schließlich und die Anwesenden durften leckere Waffeln knabbern. Stilecht gereicht auf einem schönen alten und farbenfrohen Teller und Kaffee aus einer wundervollen alten “Dröppelminna“. Zu deren Formgebung es übrigens auch eine schöne kleine Anekdote gibt, aber die kann euch Jörg dann auf seinen Barocktagen persönlich erzählen. Fragt mal nach! 🙂

So gestärkt, zeigte Jörg seinen Mitstreiterinnen und mir, bei einem kleinen Spaziergang durch die Schleswiger Altstadt, noch vorhandene Bausubstanz und Architektur aus dieser Zeit. Jörg hat ein riesengroßen Wissensschatz, wenn es um das Norddeutschland dieser Zeitperiode geht und es ist immer wieder faszinierend ihm zuzuhören. Fakten und Anekdoten, spannend, lehrreich und gleichzeitig kurzweilig.

Bis jetzt sieht es gut aus für die 4. Schleswiger Barocktage, die für den 17. und 18. Juli 2021 geplant sind. Ich werde bestimmt wieder dabei sein. Ihr solltet euch die Veranstaltung ebenfalls vormerken und vielleicht sieht man sich dann dort.

Für angereiste große und kleine Gäste unserer Stadt sind die Schleswiger Barocktage sicherlich eine weitere Attraktion neben dem allgegenwärtigen Thema “Wikinger”. Die Zeit der Wikinger war aber eben auch nur ein Teil der Geschichte unserer Region und es gibt in Schleswig durchaus mehr zu entdecken und auch mehr vorzuzeigen.

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für den tollen Bericht! Es hatte viel Spaß gemacht, die Stadtführung war toll und ich freue mich auf die Veranstaltung. LG Brita

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