Bis zu fünf Prozent mehr Geld für Beschäftigte in der Ernährungsindustrie

Bis zu fünf Prozent mehr Geld für Beschäftigte in der Ernährungsindustrie

28. Juni 2021 Aus Von Andreas Franke
Damit der Einkaufskorb nicht leer bleibt: Beschäftigte in der Ernährungsindustrie sorgen für ausreichend Lebensmittel auch in Krisenzeiten. Jetzt gibt es für sie mehr Geld. Foto (alle Rechte frei): NGG

Lohn-Plus für systemrelevante Jobs | 2.600 Mitarbeiter im Kreis Schleswig-Flensburg

Lohn-Plus für Ernährer: Wer im Kreis Schleswig-Flensburg Lebensmittel herstellt oder Getränke abfüllt, bekommt deutlich mehr Geld. Um bis zu fünf Prozent steigen die Einkommen in der Branche, teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. „In der Corona-Pandemie ist deutlich geworden, wie sehr es auf die Ernährungsindustrie ankommt. Damit Supermarktregale voll bleiben, machen die Beschäftigten in vielen Betrieben Überstunden und Sonderschichten. Für ihre systemrelevante Arbeit erhalten sie nun eine faire Anerkennung“, sagt NGG-Gewerkschaftssekretär Philipp Thom. Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt die Lebensmittelindustrie im Kreis Schleswig-Flensburg rund 2.600 Menschen in 56 Betrieben.

In der Süßwarenindustrie in Schleswig-Holstein steigen die Löhne zum Juni um 2,5 Prozent – im kommenden Jahr gibt es ein weiteres Plus von noch einmal 2,5 Prozent, so die NGG. Außerdem erhalten die Beschäftigten eine Corona-Prämie von 90 Euro. Die Einkommen in der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie erhöhen sich ebenfalls um insgesamt fünf Prozent. In der Brotindustrie steigen die Einkommen um insgesamt 4,5 Prozent und es gibt eine Corona-Prämie von 200 Euro. Beschäftigte in den Molkereien und Käsereien erhalten rückwirkend zum März 2,3 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr – die Azubis bekommen 125 Euro mehr in allen Ausbildungsjahren. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Brauereien im Norden gibt es eine 500-Euro-Prämie und ab Juli 2,2 Prozent beim Lohn oben drauf.

„Vom Einkauf der Rohstoffe über die Produktion bis hin zur Logistik – ohne den Einsatz der Beschäftigten in der Ernährungsindustrie wäre die Versorgung der Bevölkerung nicht gesichert. Jetzt wird diese Arbeit deutlich besser bezahlt“, unterstreicht Thom. Beschäftigte, die keine Lohnerhöhung bekommen, sollen sich an die Gewerkschaft wenden, so die NGG.

Die Ernährungswirtschaft gilt als viertgrößter Industriezweig Deutschlands. In Schleswig-Holstein beschäftigt die Branche laut Arbeitsagentur über 25.000 Menschen in rund 640 Betrieben. Zu den Firmen, die hier produzieren, zählen unter anderem Harry Brot (Kiel und Schuby) und Nordseemilch (Husum), Deutschlands größte Molkereigruppe DMK Deutsches Milchkontor (Nordhackstedt) sowie Milchpulver-Hersteller Cremilk (Kappeln).