Vormannswechsel in Schleswig

Vormannswechsel in Schleswig

29. Juli 2021 Aus Von Andreas Franke
Vormannswechsel in Schleswig: Frank Tapper (r.) hat das Ehrenamt von Paul Cugier übernommen.
Foto: „Die Seenotretter – DGzRS“

„Alleine funktioniert es nicht“

Für Paul Cugier gehört die DGzRS seit fast 30 Jahren zu seinem Leben: 1994 baut er die Freiwilligen-Station in Schleswig gemeinsam mit anderen auf, leitet sie fast ein Vierteljahrhundert als freiwilliger Vormann. Jetzt tritt er aus Altersgründen indie zweite Reihe zurück – am 1. April hat Frank Tapper das Ehrenamt übernommen.

Wer mit Paul Cugier spricht, dem fällt schnell seine niederrheinisch eingefärbte Stimme auf. „Ja, ich bin in Düsseldorf aufgewachsen“, bestätigt er. Selbst der norddeutsche Wind hat den Dialekt nicht auf die Schlei hinauswehen können. Am Ende des Meeresarmes der Ostsee lebt der heute 78-Jährige seit den 1970er Jahren in Schleswig. „Ich wollte schon immer zur See.“

Als Junge steht Paul Cugier stundenlang am Rhein, schaut Schiffen hinterher, träumt sich an ihr Ruder. Trotzdem lernt er zunächst im väterlichen Betrieb das Malerhandwerk. Doch bald zieht ihn seine Seesucht in den Norden: Er wird Marinesoldat in Eckernförde, später Pionier in Schleswig. Kurz vor sein er Frühpensionierung heuert er bei den Seenotrettern an: „Wer wie ich mit der Seefahrt eng verbunden ist, stößt zwangläufig auf die DGzRS – mir gefällt die Aufgabe.“

Paul Cugier hat viel erlebt: kuriose wie bittere Einsätze, bei denen die freiwilligen Seenotretter nicht mehr machen konnten, als Tote zu bergen. Zum Glück sind solche traurigen Momente sehr selten – erst drei Mal hat er sie miterleben müssen. In diesen schweren Augenblicken stützt sich die Mannschaft gegenseitig, sie geben noch mehr als sonst aufeinander acht. Dieser Zusammenhalt ist Paul Cugiers Nachfolger Frank Tapper besonders wichtig: „Alleine funktioniert es nicht. Wir sind eine sehr gute und motivierte Crew“, sagt der neue Vormann. Er spürt den Rückhalt der Mannschaft- sie wählt ihn am 1. April einstimmig in das Ehrenamt.

Frank Tapper ist in Schleswig geboren. Dort wächst er auf und bleibt, nichts zieht ihn weg: „Ich brauche das Wasser, den Wind und die frische Luft – sonst fehlt mir etwas.“ Er ist viel auf der Schlei unterwegs, als Segler, Motorbootfahrer und seit 2009 als Seenotretter. „Es ist eine erfüllende, sehr abwechslungsreiche Aufgabe, die mir sehr viel Spaß macht“, betont der 54-Jährige. Das besondere Zusammenspiel aus Teamarbeit, Menschen retten und Technik warten reizt ihn. Die große Dankbarkeit, die er bei vielen Einsätzen erfährt, motiviert ihn zusätzlich.

Auch sein Arbeitgeber steht hinter s einem Ehrenamt: „Bei einem Notruf darf ich alles stehen und liegen lassen. Das ist nicht selbstverständlich“, berichtet der gelernte Krankenpfleger. Im Schleswiger Krankenhaus ist Frank Tapper als Stationsleiter der psychiatrischen Abteilung für das Pflegepersonal verantwortlich – und nun ebenfalls für die DGzRS-Station der Stadt.

Quelle: „Die Seenotretter – DGzRS“


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