Stadtmuseum – Fielmannstiftung schenkt Stadtmuseum Gemälde

Stadtmuseum – Fielmannstiftung schenkt Stadtmuseum Gemälde

14. September 2021 Aus Von Andreas Franke
Tanja Sauer von der Schleswiger Fielmann Niederlassung übergibt Museumsleiterin Dörte Beier die Schenkung. Im Hintergrund: Rainer Raup, Vorsitzender des Fördervereins, und Bürgermeister Stefan Dose. Foto: Stadt Schleswig

SCHLESWIG. Seit Donnerstag, 9. September, bereichert ein weiteres Gemälde des Schleswiger Malers Carl Goos die Sammlung des Stadtmuseums. Die Fielmann AG, die seit 2005 das Stadtmuseum über dessen Förderverein unterstützt, bedachte das Museum erneut mit einer bedeutenden Schenkung, einem Gemälde des 1797 in Schleswig als Sohn eines Malers und Vergolders geborenen Künstlers. Tanja Sauer von der Schleswiger Fielmann Niederlassung übergab das Bildnis der Museumsleiterin Dörte Beier, die sich sehr über das nunmehr fünfte Gemälde des Malers freut. Auch Bürgermeister Stephan Dose und der Vorsitzende des Fördervereins des Stadtmuseums, Rainer Raup, bedankten sich herzlich für die Übergabe.

Das Biedermeier-Porträt im kleinen bürgerlichen Kabinettformat zeigt ein Mädchen in einem blauen Kleid. Darstellungen von Kindern waren in der Kunst zunächst selten. Sie wurden meist nicht mit kindlichen Zügen, sondern wie kleine Erwachsene dargestellt. Erst mit der Kunst des Biedermeiers änderte sich das.

Jürgen Ostwald von der Fielmann AG hat zu dem Gemälde einige Details recherchiert. Das Mädchen im blauen Kleid hält einen Blumenstrauß in der Hand und klopft an eine Tür. „Hände zu malen, war eine hochgeschätzte Kunst. Sie steigerte den Wert eines Gemäldes,“ verrät Ostwald. „Ein Porträt, das auch eine Hand zeigte, verdoppelte den Wert eines Bildes, beide Hände verdreifachten ihn sogar.“

Wen das Gemälde darstellt, ließ sich noch nicht ermitteln. Vergleichbare Arbeiten lassen jedoch darauf schließen, dass es für eine bürgerliche Familie in Schleswig entstanden ist. Dass das Bild so genau Carl Goos‘ Schleswiger Zeit zuzuordnen ist, zeigt die etwas versteckte, auf 1843 datierte Signatur des Künstlers. Carl Goos besuchte von 1821 bis 1826 die Kopenhagener Kunstakademie und kehrte 1827 in seine Heimatstadt Schleswig zurück, wo er bis zu seinem Tod 1855 lebte und arbeitete. Die Fielmann AG kauft bei Auktionen gezielt Bilder auf, die inhaltlich in die von ihr unterstützten, rund 250 Museen passen. Alle Gemälde werden nach der Auktion zunächst an einen Restaurator gegeben, der z. B. stark nachgedunkelte oder vergilbte Firnis abträgt und erneuert. Das Bildnis des Mädchens war und ist in einem sehr guten Zustand.