NORDEN-Festival: Abschluss Wochenende

NORDEN-Festival: Abschluss Wochenende

15. September 2021 Aus Von Andreas Franke

Das dritte und letzte Wochenende des NORDEN-Festivals 2021 hatte wieder einiges zu bieten. Am Donnerstag eröffnete Moritz Kruit mit seiner Band den musikalischen Teil der Veranstaltung auf der Schleibühne und wusste mit seinen Songs, die ihre Wurzeln eindeutig im Blues und Soul haben, dass zu diesem Zeitpunkt noch knappe Publikum zu begeistern. Monsieur Momo verzauberte derweil mit seiner Show auf der Theaterbühne, und zwar auf eine sehr charmante, sympathische, komische Arte. Echt „Magic“!

Verleihung des Kulturpreises der Stadt Schleswig

Später, zur Primetime wurde dann der diesjährige Kulturpreis der Stadt Schleswig verliehen. Die Laudatio hielt die Vorsitzende des Kultur-, Sport- und Tourismusausschusses, Dr. Babette Tewes. Der alle zwei Jahre verliehene, mit 1000,- Euro dotierte Preis, ging in diesmal an Christina und Rainer Selle, die ca. 24 Jahre lang die Kirchenmusik in Schleswig geprägt haben.

Als Besonderheit der diesjährigen Preisverleihung, war die einmalige Vergabe eines Kultur-Sonderpreises, der an Wolfgang Klockow ging, der, als Vorsitzender des Kulturzentrums Schleswig, maßgeblich für die Vernetzung der Kulturszene beitrug.

Den musikalischen Abschluss machte dann die Sheep’s E Band, die bereits seit 1978 auf der Bühne stehen und deren Herz dem Ska gehört. Vermutlich gibt es kaum einen Schleswiger der die Band nicht kennt, denn sie hat in den vergangenen Jahrzehnten in unserer Stadt bei zahlreichen Konzerten für brodelnde Stimmung und gute Laune gesorgt. Auch an diesem Abend überzeugte die Sheep’s E Band erneut mit ihrer unbändigen Spielfreude und ihrem Witz und Charm. Gab es da jemanden der sich nicht anstecken ließ und nicht mitgefeiert hat? Kann ich mir nicht vorstellen. Jedenfalls nicht vor der Bühne. Hier wurde getanzt, gelacht und mitgesungen. So muss das!

Am Freitag waren die Nordischen Filmtage Lübeck zu Gast auf dem NORDEN-Festival, die seit 60 Jahren Filme aus Nord-Europa präsentieren. In Schleswig zeigte man eine exklusive Filmauswahl aus dem Programm von 2019/2020. Beim Flaschenschmied konnte man eine „Flair-Drum“ bauen, die besteht aus alten PET-Flaschen in deren Deckel Fahrradventile eingebaut werden, wodurch man die Buddeln mit Druckluft befüllen kann. Je nach eingefüllter Luftmenge ergibt sich dann eine entsprechende Tonhöhe, sobald man mit z.B. mit einem Drumstick auf eine solche Flasche schlägt, mehrere unterschiedlich gestimmte Flaschen ergeben dann ein Instrument, auf dem man Melodien spielen kann. So eine „Flair-Drum“ kling dabei richtig gut, ich war erstaunt.

Eine musikalische Mischung aus Indie-Pop, Hip-Hop, Soul, R’n’B und afrikanischem Folk hatte Jesse Markin im Gepäck. Ein sehr interessanter musikalischer Mix, der mir ziemlich gut gefallen hat, gerade auch wenn die Musik auch mal etwas düsterer daherkommt. Der Singer-Songwriter aus Finnland, kommt ursprünglich aus Liberia und ist in seiner neuen Heimat im Norden Europas längst kein Newcomer mehr. Für Jesse Markin war es sein erster Auftritt in Deutschland. Schön, dass ich dabei sein durfte, den anwesenden Zuschauern schien dies auch so zu gehen.

Zu einem kleinen Ausflug in die Welt des Hamburger Einzelhandels und Gastgewerbes lud uns dann am Ende des Freitagabends die „Liga der gewöhnlichen Gentlemen“ ein. Mit Songs über Eisläden, Matratzenmärkte und Sekond-Hand-Mode-Shops verpackt in sehr gut tanzbarem Rock’n’Roll wussten die fünf Jungs aus der Hansestadt zu begeistern. Wunderbar!

Am Samstag musste ich leider gesundheitlich passen und kann leider nichts berichten. Klar ist, dass ich dort mit Sicherheit einiges verpasst habe.

Ja und dann war er auch schon da, der letzte Tag des diesjährigen NORDEN-Festivals. 12 fantastische Tage voller Kultur, verschiedensten Aktivitäten, einem vielfältigem Musik-Programm gepaart mit allerlei Leckereien. Dazu viele entspannte Menschen und absolut stressfrei. Großartig, eine ganz besondere, unvergleichliche Veranstaltung und ein echter Gewinn für unsere Stadt, die uns hoffentlich noch viele, viele Jahre begleiten wird. Für mich war das Festival an diesem Sonntag nach dem Konzert von „Paula & Karol“ aus Warschau vorbei, die mit ihrem Folk-Pop für allgemeine Ausgelassenheit und positive Stimmung sorgten. Auch wenn ich nach den vielen Tagen auf dem NORDEN-Festival „etwas durch“ war, freue ich mich schon auf das, was mich im nächsten Jahr erwarten wird.

Videos

Moritz Kruit

Sheep’s E Band

Jesse Markin

Paula & Karol

Impressionen