Rock4.SH: Rock4Gottorf

Rock4.SH: Rock4Gottorf

20. September 2021 0 Von Andreas Franke

130 Musiker zugleich!

Die bisher größte Rock-Band Schleswig-Holsteins spielte am Schloss Gottorf in Schleswig.

Das war mit 130 aktiven Musikern mit Sicherheit die bisher größte Rockband, die in unserem schönen Schleswig-Holstein bisher live zusammengespielt hat. Als ich die Ankündigung zu Rock4.SH vor einiger Zeit las war mir klar, da wollte ich unbedingt mit dabei sein und meinen kleinen, tieffrequenten, Teil beitragen. Also fix online angemeldet und die 25,- Euro Teilnahmegebühr per PayPal überwiesen, die jeder teilnehmende Musiker zahlen musste. Danach hatte man Zugang zur Rock4.SH-Webseite, wo für jedes Instrument die entsprechenden Übungsmaterialien in digitaler Form zum Download bereitgestellt wurden. Das war gut vorbereitet, wenn auch die Website anfänglich etwas unübersichtlich und verwirrend daherkam. Als ehemaliger Webprogrammierer weiß ich, dass sowas durchaus nutzerfreundlicher geht. Allerdings vermute ich aber, dass dies der kurzen Vorlaufzeit zu diesem Event geschuldet und somit verständlich war. Trotzdem bleibe ich dabei, für die kurze Vorlaufzeit sehr gut organisiert. Bravo!

Samstag, der 18.09.2021, 13:30 Uhr. Der Aufbau der Teilnehmer beginnt, jeder suchte sich seinen Platz im dafür vorgesehenen Bereich und alle bauten ihr jeweiliges Equipment auf. Da war von Drum Kits, Gitarren- und Bassverstärkern, Bläsern, akustischen Gitarren und sogar einem Cello alles dabei. Am einfachsten hatte es wohl die große Front der Sängerinnen und Sänger, denn da reichte ein einfacher Notenständer. Zum Beginn des Aufbaus, meinte es der Wettergott nicht unbedingt gut mit den Teilnehmern, denn es gab recht beständigen Nieselregen, was keine gute Kombination mit „Stromgitarren“ und Verstärkeranlagen darstellt. Doch auch hier haben die Veranstalter mitgedacht und stellten vorsorglich entsprechende Abdeckplanen für die betroffenen Musiker bereit.

Nach dem Aufbau ging es weiter mit dem Soundcheck, auch dies durchaus eine Herausforderung angesichts der Zahl der teilnehmenden Musiker und dennoch ging dies relativ schnell von der Hand, geplant war es die fünf aufzuführenden Titel dafür jeweils drei Mal durchzuspielen, was aber zum Teil gar nicht nötig war und so konnte etwas Vorbereitungszeit eingespart werden. Es war schon sehr erstaunlich, wie schnell sich alle Musiker aufeinander eingrooven konnten, denn hier spielt auch die Physik eine nicht zu unterschätzende Rolle, benötigt der Schall doch eine gewisse Zeit, um von einer Stelle zur anderen zu wandern und so hört jeder Musiker seine Mitspieler schon deutlich zeitversetzt, dazu kommen dann Echos die asynchron von der Schlossfassade zurückgeworfen werden. Da muss man sich schon sehr auf das „richtige“ akustische Signal konzentrieren damit ein synchrones Zusammenspiel funktioniert. Etwas einfacher hatte es da die Schlagzeugsektion, die über Kopfhörer ein entsprechendes Hilfssignal auf die Ohren bekamen.

Dem Soundcheck folgte eine kleine Pause für die Teilnehmer, in der Eros Atomos ein kleines Solo-Konzert darbot, der auch Sänger in der Backgroundband war, die den Takt für alle anderen Musiker vorgab. Zu dieser Zeit traf dann auch der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holsteins ein, der später zusammen mit den Organisatoren Arne Eggert und Björn Mummert das Konzert eröffnete, zu dem über 1000 Besucher ihren Weg auf die Schlossinsel fanden.

Zum eigentlichen Konzert versammelten sich die Zuhörer dann rundum das Areal der performenden Musiker, die insgesamt fünf Rock- & Pop-Songs dargeboten haben. „Paradise“ von Coldplay, „My Hometown“ von Bruce Springsteen, „Fresenhof“ in einer bearbeiteten, rockigen Version (gesungen von Timen), Björn Mummerts „Phänomental“ und zum Abschluss Neil Youngs „Rockin In The Free World“, welches dann auch ein weiteres Mal (nach Abstimmung durch Handzeichen) als Zugabe gespielt wurde. Danach gab es ausgedehnte Ovationen seitens des anwesenden Publikums, die wir Musiker mit Sicherheit sehr genossen und mit Freude zur Kenntnis genommen haben.

Insgesamt hat dieses Konzert eine Menge Spaß gemacht, es war ein großartiges Miteinander unter den Musikern, mit durchaus etwas Zeit zum Fachsimpeln, Schnacken und Kennenlernen. Und das auch mal über die verschiedenen Genres und der eigenen „Filterblase“ hinaus. Egal ob man nun studierter Profi oder einfach nur ein begeisterter Hobby-Musiker war, hier gab es keine Berührungsängste, nur ein großes Miteinander. Das machte definitiv Lust auf eine zukünftige Wiederholung dieses fantastischen Events auf der Gottorfer Schlossinsel, vielleicht ja schon im nächsten Jahr? Wer weiß? Hoffen wir mal das Beste.

Die ganze Veranstaltung war darüber hinaus einem guten Zweck gewidmet. Sämtlicher erwirtschafteter Überschuss und die Einnahmen aus den überall aufstellten Spendenboxen gehen in Gänze an die Musikschule Schleswig-Flensburg. Zu dieser Zeit ist die Spendensumme allerdings noch unbekannt, sagte mir Björn Mummert auf meine telefonische Anfrage heute Morgen.

Vielen Dank das ich dabei sein konnte, das Konzert hat mir sehr viel Spaß gemacht, mehr als ich ursprünglich dachte. Es war eine ganz besondere Erfahrung zusammen mit einer so großen Anzahl begeisterter Mitmusiker zu spielen, wirklich!