Jubiläum: 30 Jahre Gleichstellungsstelle

Jubiläum: 30 Jahre Gleichstellungsstelle

3. Oktober 2021 0 Von Andreas Franke
Bürgermeister Stephan Dose gratuliert auf der Jubiläumsveranstaltung der Gleichstellungsbeauftragten Karin Petersen-Nißen zu ihrem 40-jährigen Dienstjubiläum im öffentlichen Dienst. Foto: Andreas Franke

Am Freitag, dem 01.10.2021 feierte die Stadt Schleswig das 30-jährige Bestehen ihrer Gleichstellungsstelle. Zu diesem feierlichen Anlass trafen man sich am frühen Abend im Capitol-Filmpalast zu einem Empfang. Bürgermeister Stephan Dose lobte in seiner Ansprache die Arbeit der Gleichstellungsstelle, die sich zum Beispiel um Dauerbrenner-Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Endgeld-Diskriminierung, Altersarmut von Frauen und deren Lösung bis heute befassen muss. Dazu kommen aber auch neue Herausforderungen, wie die Globalisierung und Digitalisierung, die neben den technischen Fortschritt aber auch viele neue Probleme mit sich bringen, sagt Dose. Der Bürgermeister gratulierte der Gleichstellungsstelle herzlich für die bisher geleistete hervorragende Arbeit.

Aber an diesem Abend feierte man auch ein persönliches Jubiläum. Auf den Tag genau 40 Jahre arbeitete Karin Petersen-Nißen nun bereits im öffentlichen Dienst und Stephan Dose stellte heraus, dass sie in ihrer fast 20-jährigen Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte viel erreicht hat und dankte ihr dafür im Namen der Stadt Schleswig.

Plan haben

Im Anschluss wurde der neue Imagefilm der präventiven Patenschaftsinitiative „Plan haben“ vorgeführt, die jungen Menschen Halt und Perspektiven bieten möchte und ein echtes Herzensprojekt von Frau Petersen-Nißen ist. Patinnen und Paten begleiten ein Kind oder Jugendlichen für mindesten ein Jahr und schenken diesem vor allem Zeit, helfen bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, aber auch bei der Verwirklichung von Zielen. Dies geschieht ehrenamtlich und ohne dass man den Eltern die Erziehungsarbeit abnimmt. Wer sich in diesem Bereich engagieren möchte, kann sich auf der Webseite www.plan-haben.de vorab informieren.

Die Unbeugsamen

Darauf folgte wurde deutsche Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“ von Regisseur Torsten Körner vorgeführt. Der Film ist ein Porträt der Frauen der Bonner Republik, die sich ihre Beteiligung an den demokratischen Entscheidungen gegen massiven männlichen Widerstand hart erkämpfen mussten. Es wird aufgezeigt welchen Vorurteilen und sexuellen Diskriminierungen diese Politikerinnen ausgesetzt waren. Gezeigt werden viele Interviews mit den betroffenen Frauen, wie zum Beispiel:

  • Herta Däubler-Gmelin (SPD)
  • Marie-Elisabeth Klee (CDU)
  • Ursula Männle (CSU)
  • Christa Nickels (Die Grünen)
  • Ingrid Matthäus-Maier (FDP/SPD)
  • Renate Schmidt (SPD)
  • Rita Süssmuth (CDU)

Auch enthält der Film historische Aufnahmen weiblicher politischer Größen wie Aenne Brauksiepe (CDU), Hildegard Hamm-Brücher (FDP), Waltraud Schoppe und Petra Kelly (Die Grünen). Der Film ist sehr entlarvend und eine echte Empfehlung, jeder sollte ihn unbedingt einmal gesehen haben. Hier der offizielle Filmtrailer:

Offizieller Trailer zum Film „Die Unbeugsamen“

Nach dem Ende von „Die Unbeugsamen“ wies Karin Petersen-Nißen darauf hin, dass es in Sachen Gleichstellung noch viel zu tun gibt und dass dieses Thema sicher nicht in den nächsten 25 Jahren der Vergangenheit angehören würde. Wenn sie sich jedoch die jungen Frauen von heute anschaut, ist sie guter Dinge und schaut hoffnungsvoll in die Zukunft. Auch ist der Frauenanteil in der Politik ist noch lange nicht auf einem zufriedenstellenden Niveau und mit Blick auf die kommenden Landtags- und Kommunalwahlen, sollten gerade auch die Männer die Frauen motivieren sich aktiv einzubringen und sie dabei nach Kräften unterstützen.

Video mit den Ansprachen von Bürgermeister Stephan Dose und der Gleichstellungsbeauftragten Karin Petersen-Nißen