Jens Nielsen im Auswahlverfahren „Deutscher Sachbuchpreis 2022“

Jens Nielsen im Auswahlverfahren „Deutscher Sachbuchpreis 2022“

19. November 2021 0 Von Andreas Franke

Das Buch „Schweigepflicht. Dr. Waldemar Freienstein. Ein Thüringer Arzt im Nationalsozialismus“ von der Autorin Kirsten Freienstein und dem Autor Jens Nielsen befindet sich mit im Auswahlverfahren für den Deutschen Sachbuchpreis 2022. Das gaben die Autoren in einer Mittteilung heute öffentlich bekannt.

Mit diesem Preis, der von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels alljährlich ausgelobt wird, soll die „Aufmerksamkeit für Sachbücher als Grundlage von Wissensvermittlung, fundierter Meinungsbildung sowie als Impulsgeber für den öffentlichen Diskurs“ gefördert werden. Das Sachbuch des Jahres wird aus einer Reihe von Büchern ausgezeichnet, die in deutscher Sprache verfasst sind und als wichtiges Kriterium „Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben“, so heißt es in der Bekanntgabe. Bewertet bei der Auszeichnung werden dabei „die Relevanz des Themas, die erzählerische Kraft des Textes, die Art der Darstellung in allgemein verständlicher Sprache sowie die Qualität der Recherche.“ Der Sachbuchpreis wird bei einer Preisverleihung im Mai 2022 im Humboldt Forum in Berlin vergeben.

Der Sachbuchpreis des Jahres wird in zwei Auswahlstufen ermittelt. In einer ersten Stufe wird von der Jury zunächst eine acht Titel umfassende Nominierungsliste zusammengestellt, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Welttag des Buches im April 2022 bekannt gegeben wird. In der zweiten Stufe wird von der Jury aus dieser Auswahl das Sachbuch des Jahres ermittelt und im Mai 2022 verkündet. Die Auserkorenen erfahren erst am Abend vorher, welcher Titel den Sachbuchpreis des Jahres 2022 erhält.

Die Autoren hoffen, mit ihrem sehr aufwendig recherchierten Buch, welches eine Vielzahl von noch unveröffentlichten Akten und Details im Zusammenhang mit den Euthanasie-Verbrechen und den Verbrechen gegen die Menschlichkeit des NS-Regimes präsentiert, höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Aus dem Klappentext des Buches ist folgendes zu entnehmen:

„Familienforschung kann Belastendes zutage fördern. Im Fall der Familie Freienstein erwuchs aus ihr eine ungeahnte Tragödie. Der in der Familie hochgeehrte Großvater Dr. Waldemar Freienstein war in der Zeit des Nationalsozialismus nicht nur ein anerkannter Mediziner, sondern auch ein williger Vollstrecker der mörderischen Rassenideologie. Die Psychologin und Autorin Kirsten Freienstein, eine Enkelin des Dr. Freienstein, und ihr Lebensgefährte, der Historiker und Autor Jens Nielsen, wagen es mit diesem Buch, das auferlegte Schweigen zu durchbrechen. Anhand zahlreicher Quellen zeichnen die beiden Autoren gemeinsam das Bild eines Mannes, der „nichts weiter als ein guter Arzt sein wollte“ und mehrfach zum Verbrecher wurde.“

„Schweigepflicht. Dr. Waldemar Freienstein. Ein Thüringer Arzt im Nationalsozialismus“, Hardcover, 252 S., 34 s/w Abbildungen, Preis: 16,95 Euro. ISBN: 978-3934277922, Kirchschlager-Verlag in Arnstad