Leben in Schleswig und der Region – Wie lange noch? Farbe bekennen!

Leben in Schleswig und der Region – Wie lange noch? Farbe bekennen!

6. Dezember 2021 Aus Von Andreas Franke
Ein gutes Beispiel für Stadt- und Gebäudebegrünung. Foto: Andreas Franke


Von Bernd Ohde, Torben Linscheid und Andreas Franke, 05.12.2021.

Schleswig mit Umgebung systematisch und nachhaltig entwickeln! Blaue und grüne Entwicklungsschritte sind überfällig! Wann wird die gewählte Kommunal- und Regionalpolitik endlich Ihre Versprechen entschlossen umsetzen?

Merkmale der hoffentlich bald nachhaltigen Stadt Schleswig:

  • Generell geringer Energie- und Ressourcenverbrauch, nicht nur durch energieeffiziente Straßenbeleuchtungen und wärmegedämmte Bauten.
  • Das nachhaltige Schleswig und der Kreis können die Bürger motivieren, auf das eigene Auto und Zweiräder mit Verbrennungsmotoren so oft wie möglich zu verzichten und stattdessen öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Günstige oder gar kostenlose Verkehrsmittel sind dafür ein ebenso guter Anreiz wie sichere Fuß- bzw. Radwege mit wassergebundenen, festen und dennoch durchlässigen, nicht versiegelnden Oberflächen.
  • Vorhandenen Raum mehrfach nutzen, Brachen und leerstehende Bauten vermeiden. Bestehende und neue Flächen möglichst effizient gestalten, z. B. so, wie es heute schon durch die Kombination eines Einkaufsladens im Erdgeschoss und Wohnungen in den Etagen darüber geschieht.
  • Produktion und Nutzung nicht verwertbarer Materialien vermeiden, und so Ressourcenverschwendung verringern. Zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung gehört ein effizientes Entsorgungssystem, in dem so viel Müll wie möglich recycelt wird.
  • Die gesamte städtische, aber auch die regionale Infrastruktur muss auf nachhaltige Gestaltungs-, Erhaltungs-, Aus- und Umbaumöglichkeiten abgeklopft werden. Dabei geht es um eine regelmäßige und fachlich einwandfreie Reststoffentsorgung, um ein modernes Recycling mit wenig Verbrennung, auch um eine zielorientiert kritische Beurteilung von Abrissvorhaben, um den adäquaten Ausbau des Liniennetzes für den öffentlichen Personen- bzw. Güterverkehr, sowie um die Herstellung von Fahrrad und Fußgänger freundlichen Wegen und Stadtvierteln.
  • Dazu gehört aber auch die sogenannte soziale Stadtentwicklung, so z. B. die Förderung und Unterhaltung von sozialen Treffs, an denen jeder unabhängig vom Einkommen teilnehmen kann.

Alle diese Möglichkeiten machen es den Einwohnern leichter, im Alltag eigene nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Je weniger Barrieren, desto mehr Menschen lassen sich für nachhaltiges Leben motivieren.

Drei blaue Chancen ökologisch zu handeln, helfen dem Fortschritt auch bei uns:

  • Wasserstoff
  • E-Mobilität
  • gezielte Technologieentwicklung

Grüne Möglichkeiten für Umwelt- und Klimaschutz am Beispiel von Schleswig

Im eben zu Ende gegangenen November waren wir für die „Interessengemeinschaft Umweltschutz Schleswig und Umgebung e.V.“ (IGU) und für das digitale Magazin „Schleswig LEBT!“ mit wachen Augen und Kamera, auf der Suche nach den Orten unterwegs in unserer Stadt, an denen wir mit unseren Texten und Bildern, Optionen zur umfassenden Ausweitung des Grüns demonstrieren können.

Mit unseren Darstellungen und Argumenten wollen wir den Schleswigern zeigen, was sie von unseren Kommunalpolitikern verlangen können, von allen ohne Ausnahme!

In dicht bebauten Städten bleibt oft nicht viel Platz für Grün. Durch eine zeitgemäße Fassadenbegrünung lassen sich auch vertikale Flächen in lebendige, grüne Wände verwandeln. Diese Fassadenbegrünung bringt neben einer ästhetischen Aufwertung noch zahlreiche weitere Vorteile mit sich:

  • Durch die wärmeregulierende Wirkung können Kosten und Energie für Klimaanlagen und Heizungen gespart werden
  • Lärmbelastung an befahrenden Straßen wird reduziert, da die Pflanzen den Schall schlucken und zerstreuen
  • Verbesserte Luftqualität: Die Pflanzen nehmen an den Oberflächen Feinstaub auf, sie absorbieren Kohlenstoffdioxid und produzieren Sauerstoff
  • Es entsteht ein angenehmeres Mikroklima: durch höhere Verdunstung wird das nahe Umfeld herabkühlt
  • Fassadenbegrünung schafft mehr Artenvielfalt. Neuer Lebensraum für Insekten entsteht, was wiederum Vögel wie z.B. Amseln, Haussperlinge und Grünfinken anlockt.

Um die lokalen Möglichkeiten hier in Schleswig aufzuzeigen, sind hier einige exemplarische Bilder von Gebäuden aus unserer Innenstadt:

Große leere Wände, wie diese hier bieten besonders viel Platz für eine Begrünung und können somit erheblich zur Verbesserung der Luftqualität in den Innenstädten genutzt werden.

Es bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Bepflanzung der Fassaden. Hier könnten beispielsweise vorbepflanzte Module von oben an der Fassadenwand angebracht werden.

Tristesse, die einiges an Grün vertragen könnte. Foto: Andreas Franke
Dieser Laubengang schreit förmlich nach einer Begrünung, was durchaus einfach umzusetzen wäre. Foto: Andreas Franke

Neben der Fassadenbegrünung bieten sich noch viele weitere Möglichkeiten, die Stadt etwas grüner zu machen. Zahlreiche Flächen bieten Platz, um mehr Bäume zu pflanzen.

Wie man das besser machen kann zeigen die folgenden beiden positiven Beispiele in der Innenstadt:

Ein weiterer Schritt in Richtung eines ökologischeren Schleswigs sind natürlich auch Solarmodule. Auf den folgenden Bildern sehen wir ein großes Beispiel für ungenutzte Dachflächen. Wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht, wird einem bewußt, welch enormes Potential zur Energiegewinnung hier bis heute nicht genutzt wird. Auch wäre dafür kein zusätzlicher Flächenverbrauch notwendig. Eine Idee wäre vielleicht auch diese Flächen dem örtlichen Energieversorger als Ernteflächen zur Verfügung zu stellen. Gegen einen Obolus, oder eben gegen einen entsprechenden Nachlass auf die eigene Stromrechnung? Kreativität ist gefragt und kann uns weiter bringen.

Eine flexible Option bieten die sogenannten Balkonkraftwerke, die jeder der eine herkömmliche Steckdose auf seinem Balkon sein Eigen nennt unkompliziert installieren kann, auch ohne bauliche Maßnahmen. Die Auswahl an diesen kleinen Photovoltaikanlagen ist inzwischen recht groß, kosten nicht viel (zwischen 300 un 900 Euro). Man bekommt solche kleinen Anlagen auch mit entsprechenden Halterungen für Fassaden, zum Aufstellen im Vorgarten oder auf Garagen- oder Carport-Dächern. Sie werden in der Regel montagefertig geliefert und werden einfach in vorhandene Steckdosen gesteckt, liefern bis zu 600 Watt, ideal zur Abdeckung der Grundlast des eigenen Haushalts. Kleinvieh macht eben auch Mist und jedes erneuerbar erzeugtes Watt zählt. Es gibt übrigens Gemeinden, die Balkonkraftwerke mit bis zu 200,- Euro bezuschussen.

Ein installiertes Balkonkraftwerk. Sofort Strom selbst produzieren und CO² und Energiekosten einsparen. Foto mit freundlicher Genehmigung der Firma YUMA GmbH.
Straßen und Fahrbahnen entsiegeln wo es möglich ist. Rechts (Schubystraße) asphaltiert und links (Angelner Straße) entsiegelt. Foto: Andreas Franke
Entsiegelte Flächen auf Krampf wieder mit Bitumen zu versiegeln ist Kontraproduktiv, Verschwendung von Geldmitteln und Arbeitszeit, außerdem unnütz wie man hier auf entsprechenden Flächen am ZOB sehen kann. Foto: Andreas Franke
Im unteren Bereich begrünen und im oberen Bereich mit Photovoltaik? Warum nicht? Foto: Andreas Franke

Weitere Informationen zum Thema:

„Interessengemeinschaft Umweltschutz Schleswig und Umgebung e.V.“ (IGU):

https://lebenkultur-schleswigschlei6.webnode.com/

„Grün in der wachsenden Stadt“:

https://www.ioew.de/publikation/gruen_in_der_wachsenden_stadt


„Wachsende Städte im Klimawandel gestalten“:

https://www.ioew.de/publikation/wachsende_staedte_im_klimawandel_gestalten

„Zukunftsvision für ein grünes, klimaresilientes Neubauquartier“:

Impulspapier

https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/Gruene-Stadt-d-Zukunft_Impulspapier_Zukunftsvisionen-Neubau_Dez2020.pdf

Zusammenführung

https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/Gruene-Stadt-d-Zukunft_Zusammenfuehrung_Zukunftsvision-Neubau_Aug2021.pdf

YouTube-Video „Die Grüne Stadt der Zukunft“:

Balkonkraftwerk: Photovoltaik-Anlagen für den Balkon