Flüchtlingshilfe neu organisiert

Flüchtlingshilfe neu organisiert

11. Januar 2022 0 Von Andreas Franke

Aus „Flüchtlingshilfe Schleswig-Haddeby“ wird „Flüchtlingshilfe Schleswig-Umland“

Gemeinsam helfen: Petra Bülow (Amtsvorsteherin, Amt Arensharde), Stephan Dose (Bürgermeister, Schleswig), Svenja Linscheid (Amtsdirektorin, Amt Südangeln) und Ralf Feddersen (Amtsdirektor, Amt Haddeby) nach der Unterzeichnung ihrer Erklärung.

Seit dem 01.01.2022 wird die Flüchtlingshilfe, die derzeit noch im ZOB-Gebäude untergebracht ist, neu organisiert. Es handelt sich um ein Projekt der Stadt-Umland-Kooperation. Beteiligt sind die Stadt Schleswig sowie die Ämter Haddeby, Südangeln und Arensharde. Die Flüchtlingshilfe erhält den neuen Namen „Flüchtlingshilfe Schleswig-Umland“.

Aufgrund der Neuorganisation wird die Flüchtlingshilfe künftig wie folgt finanziell unterstützt: Die Stadt Schleswig übernimmt 80% und die Umlandämter übernehmen 20% (je ein Drittel) der Kosten. Die jährlichen Gesamtkosten betragen rund 19.000,00 Euro. Mit dem Schlüssel werden die Kosten der Miete einschließlich der Neben- und Stromkosten, die Reinigung sowie die Personal- und Sachkosten einer Bürokraft (geringfügig beschäftigt mit sechs Stunden/Woche) getragen.

Die Flüchtlingshilfe ist weiterhin eine durch ehrenamtlich engagierte Menschen getragene Beratungsstelle, welche die Aufgabe hat, Geflüchtete zu unterstützen und Hilfe zu gewähren. Sie hilft bei Behördenschreiben und organisiert Deutschkurse. Dreimal wöchentlich bietet die Flüchtlingshilfe ihre Beratungen für je zwei Stunden an. Dieses Angebot nehmen durchschnittlich sechs Personen wöchentlich in Anspruch. Zusätzlich werden weitere Termine telefonisch abgehalten. Rund 70 bis 80% der Termine betreffen Geflüchtete aus Schleswig und 20 bis 30 % geflüchtete Mitbürger aus den Umlandgemeinden. Die Wohnungssuche sowie die Suche und Entschädigung von ehrenamtlichen Lotsen und Dolmetschern sind nicht Aufgabe der Flüchtlingshilfe. Diese werden weiterhin dezentral von den beteiligten Kommunen organisiert.

Am heutigen Dienstag, den 11.01.2022, fand ein Pressetermin im Ständesaal des Rathauses statt, bei dem die kommunalen Partner eine gemeinsame Vereinbarung in Form einer Erklärung unterzeichnet haben und sich damit verpflichten, die finanzielle Unterstützung sicherzustellen. Schleswigs Bürgermeister Stephan Dose sagte: „Es ist sehr gut, dass die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe, die bisher durch die Stadt Schleswig und das Amt Haddeby getragen wurde, nun auch durch die Ämter Arensharde und Südangeln unterstützt wird, und die wertvolle Arbeit fortgesetzt wird. Wir sehen die Flüchtlingshilfe somit als gemeinschaftliche Aufgabe der Stadt Schleswig und der umliegenden Ämter an. Ein großer Dank gilt den ehrenamtlich tätigen Lotsinnen und Lotsen sowie der Unterstützung bei der Sprachvermittlung. Weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind herzlich willkommen.“

Ein besonderes Problem in der Flüchtlingshilfe sei es Wohnraum zu beschaffen, zum einen ist dieser sehr knapp in Schleswig und zum anderen erfährt man immer wieder Diskriminierung seitens der Wohnungsbaugesellschaften und Vermieter, sobald diese einen „untypischen“ Nachnahmen hören, so die Erfahrung der Flüchtlingshelferin Jutta Just. Diese Erfahrung macht auch Ahmed Malla Mohammed, selbst Flüchtling und heute ebenfalls ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig. Das Kontingent der privaten Vermieter ist in Schleswig ebenfalls ausgeschöpft, berichtet Bürgermeister Stephan Dose weiter und aus diesem Grund wird die Stadt Schleswig in zukünftig selbst als Mieter und Vermieter aktiv werden. Das Amt Arensharde mietet die Wohnungen für Flüchtlinge bereits an und hat gute Erfahrungen damit gemacht, sagt Petra Bülow, Amtsvorsteherin des Amtes Arensharde. So weiß das Amt z.B. sofort Bescheid, wenn ein Mieter aus einer solchen Wohnung auszieht und kann diese dann anderen Flüchtlingen zur Verfügung stellen ohne dass der frei gewordene Wohnraum wieder verloren geht. Auch für den Immobilieninhaber bietet dieses Vorgehen Sicherheit und einen verlässlichen Ansprechpartner bei eventuell auftretenden Problemen.

Haidar Chahrour, Jutta Just, Ahmed Malla Mohammed und Ronja Tietz setzen sich für Flüchtlinge ein.