Kreis Schleswig-Flensburg richtet Expert*innen-Stab für die Klärung der Unterbringung von Vertriebenen ein

Kreis Schleswig-Flensburg richtet Expert*innen-Stab für die Klärung der Unterbringung von Vertriebenen ein

11. März 2022 Aus Von Andreas Franke

Die ersten aus dem Kriegsgebiet vertriebenen Ukrainer sind nun auch im Kreis Schleswig-Flensburg angekommen und haben hier Schutz gefunden. Bei den bisher registrierten 36 Personen handelt es sich überwiegend um Frauen und Kinder. Es ist jedoch mit einem sprunghaften Anstieg der Zahl der Schutzsuchenden in den nächsten Tagen und Wochen zu rechnen.

Die Flüchtlingslage entwickelt sich aktuell sehr dynamisch. Das Land Schleswig-Holstein stellt sich aktuell darauf ein, möglicherweise sehr kurzfristig deutlich mehr Flüchtlinge aufzunehmen als bislang erwartet. Bisher war von rund 13.700 Vertriebenen ausgegangen worden. Der Interministerielle Leitungsstab der Landesregierung (IMLS) hat deshalb heute beschlossen, bei den Unteren Katastrophenschutzbehörden die Herstellung einer Aufnahmekapazität für je 300 bis 500 Personen zu beauftragen und den Betreuungsdienst entsprechend vorzubereiten und auszurüsten.

Um frühzeitig auf möglichst viele denkbare Szenarien vorbereitet zu sein, hat Landrat Dr. Buschmann bereits am Anfang der Woche einen Expertinnen-Stab für die Klärung der Unterbringung von Vertriebenen installiert, der in regelmäßigen Abständen tagt. Neben den Vertreterinnen der notwendigen Verwaltungseinheiten der Kreisverwaltung ist hier auch die gemeindliche und städtische Ebene aktiv eingebunden. „Wir gehen die Sache gemeinsam an und können dabei auf bewährte Strukturen in der Zusammenarbeit zurückgreifen“, erläutert Landrat Dr. Wolfgang Buschmann. „Wir sind aktuell noch vor der Lage, diesen Vorsprung gilt es bestmöglich zur Vorbereitung zu nutzen.“

Ab dem 10.03.2022 werden über eine eigene Internetpräsenz wichtige Informationen für Vertriebene und Interessierte über die Kreis-Homepage (schleswig-flensburg.de) zur Verfügung gestellt. Das Angebot wird fortwährend aktualisiert und erweitert. Zudem wurde für die Gemeinden und Städte ein E-Mail-Postfach als direkte Kommunikationsplattform mit dem Fachdienst Migrationsmanagement des Kreises eingerichtet. „Wir stehen vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen, weil die Welt, wie wir sie bisher kannten, in Schieflage geraten ist“, so Landrat Dr. Buschmann.