ADFC: Geplante Fahrradstraße mit geringem Nutzen

ADFC: Geplante Fahrradstraße mit geringem Nutzen

14. März 2022 Aus Von Andreas Franke
Bildquelle: MichaelGaida / Pixabay

Die Einrichtung von Fahrradstraßen ist ein wichtiges Mittel zur Radverkehrsförderung, wenn dadurch deutliche Vorteile für den Radverkehr verbunden sind. Dies ist bei der vorgestellten Planung für den Neufelder Weg leider nicht der Fall. Hier sind bereits heute nur wenige Autos unterwegs, der Weg liegt in einer Tempo-30-Zone und der nördliche Teil ist bereits ein ausgewiesener Rad-/Gehweg. Mit dem Umbau des Neufelder Weges als Fahrradstraße ändert sich somit für Radfahrende in der Praxis wenig. Der einzige Vorteil ist, dass Radfahrende auch bei Autoverkehr nebeneinander fahren dürfen.

Das geplante Rechtsabbiegegebot für den Autoverkehr bei der Ausfahrt aus dem Neufelder Weg bringt aus Sicht des ADFC für die Radfahrenden keine nennenswerten Vorteile. Für den Autoverkehr ist ein Linksabbiegen in den Mühlenredder zukünftig nicht mehr möglich und zwingt diesen zu großen Umwegen. Der Unmut der Autofahrenden ist vorprogrammiert und dann sollten aus Sicht des ADFC hierfür nicht die Radfahrenden der „Sündenbock“ sein.

Der Vorschlag des ADFC im Arbeitskreis Radverkehr, die Fahrradstraße über die Straße „Mühlental“ (Klinikgelände) in Richtung Stadtfeld zu führen, wurde seitens der Stadt nicht weiterverfolgt, mit der Argumentation, dass es sich hierbei um Privatgelände von Helios handelt. Somit wurde eine Chance vertan, eine wirklich fahrradfreundliche Route zu schaffen.

Auch eine weitere Empfehlung des ADFC, den viel genutzten „Trampelpfad“ Drei Kronen – Neufelder Weg auszubauen, wurde mit dem Argument, dass dieser über Privatgrund führt, abgelehnt.

Für die zweifelhafte Maßnahme Fahrradstraße Neufelder Weg werden 150.000 Euro investiert und Personalressourcen gebunden, die an anderen Stellen für Radverkehrsmaßnahmen fehlen.

Zu nennen wäre hier beispielsweise die für Radfahrende wichtige Verbindung Amselstraße – Friedrich-Ebert-Straße, in deren Zuge die Querung der Kreuzung Schubystraße / Berliner Straße für Radfahrende nicht ganz einfach ist.

Auch beim Umbau der Gottorfstraße fehlt das Geld, um den östlichen Radweg und Gehweg zwischen der Gottorfkreuzung und der Callisenstraße entsprechend den geltenden Richtlinien und dem hohen Rad- und Fußgängeraufkommen auszubauen.

Nicole Teichert, Oliver Kopp, Henning Düsterhöft

Sprecher des ADFC-Schleswig