Mobilitätswende nicht nur als Antriebswende verstehen, aber auch Versiegelung stoppen!

Mobilitätswende nicht nur als Antriebswende verstehen, aber auch Versiegelung stoppen!

14. März 2022 Aus Von Administrator

Forderung des BUND zur LTW 2022

Auch der Verkehrssektor muss helfen, dass die planetaren Grenzen eingehalten werden. PKW, LKW und Zweiräder aller Art verschwenden weit mehr Energie, Platz und Ressourcen als Bus und Bahn. Bei dem jetzigen Verbrauch wird das errechnete CO2-Restbudget, um das Pariser 1,5°-Ziel zu halten, schon in der nächsten Legislaturperiode erreicht. Wir müssen uns also schnell und fundamental umstellen.

Wachsender Verkehr beansprucht Raum und beeinträchtigt die Lebensqualität. PKW benötigen bei gleicher Menge an Fahrgästen viel mehr Raum als Zug, Bus und Fahrrad. Ein weiterer Ausbau des Straßennetzes ist keinesfalls tragbar.

Straßen und Wege für alle Verkehre versiegeln Naturraum und zerschneiden Lebensräume. Dadurch wird der Verlust an Biodiversität befeuert und fruchtbarer Boden geht verloren. Wasser kann nicht mehr versickern.

Offenporiger, wasserdurchlässiger Asphalt (WDA) oder sogenannter „haufwerksporiger“ Beton kann dies bei Radwegen zumindest teilweise reduzieren. Auch öffentliche (Park-)Plätze, Fußwege, Parkraum und andere, nicht hohen Belastungen ausgesetzte, Verkehrsflächen können und sollten entsprechend entsiegelt werden.

Ein PKW verbraucht die dreifache Energiemenge wie Bus und Bahn. Ein LKW benötigt im Vergleich zur Bahn fünfmal mehr Energie für dieselbe Frachtmenge. Auch Elektromobile aller Art verbrauchen sehr viel Energie.

Daher wird bei einer reinen Antriebswende wesentlich mehr Elektrizität, Wasserstoff oder synthetisch hergestellte Brennstoffe aus erneuerbarer Energie benötigt. Wir tun uns schon jetzt schwer, genug Kapazitäten für eine reine Energiewende zu schaffen. Eine echte Mobilitätswende hin zu Bus, Bahn, echtem Fahrrad- und Fußverkehr ist deshalb auch unter dem Aspekt des Energiebedarfs notwendig.

Schienenfahrzeuge halten wesentlich länger als Straßenfahrzeuge: Ein ICE muss nach 1,2 Millionen Kilometern (!) zur ersten großen Wartung. Der PKW ist dann längst in der Schrottpresse. Autos werden immer komplexer und bestehen aus immer mehr verschiedenen Materialien. Daher nimmt der Bedarf an seltenen und problematischen Rohstoffen zu. Gleichzeitig nimmt die Recycling-Fähigkeit weiter ab. Weltweit werden auch für den Straßenbau benötigte Materialien wie Bausand und Kies knapp und oft im Raubbau gewonnen.

Eine Mobilitätswende bedeutet eine nachhaltige Reduktion der CO2- und Methangas-Emissionen, der Flächenversiegelung und des Platzbedarfs für Verkehrsflächen, von Straßen, Verkehr, Stau, Lärm und Autos in den Städten.

Zum Schutz der Biodiversität geht es um die Verlagerung von Kfz-Verkehr zum Umweltverbund aus Zug, Bus, echtem Fahrrad- und Fußverkehr sowie anderen geeigneten Verkehrsmitteln

Wie stehen Sie zu einem Mobilitätswendegesetz, das darauf zielt, den sogenannten „Modal Split“ – die Verkehrsmittelverteilung – hin zum Umweltverbund zu verändern und die Notwendigkeit zu motorisiertem Verkehr zu verringern?

Hier finden sich 10 Links zu Details der Forderungen des BUND SH zur Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, u. a. auch zu generellen Fragen des Flächenverbrauchs und der Versiegelung:
lebenkultur-schleswigschlei6.webnode.com/

Verantwortliche Quelle: Bernd Ohde, Email: Bernd.Ohde@online.ms