Die Herausforderung nach der Sensation: Die Enigmen aus der Ostsee

Die Herausforderung nach der Sensation: Die Enigmen aus der Ostsee

15. März 2022 Aus Von Andreas Franke

Online-Wintervortragsreihe der Archäologie am 22. März

Restauratorin Corinna Mayer mit Enigmen in der Archäologischen Werkstatt Foto: ©Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen.

Die traditionelle Wintervortragsreihe des Museums für Archäologie steht unter dem Motto „Konserviert für die Ewigkeit? Die Herausforderung nach der Sensation“. Den Abschluss der hochkarätig besetzten Reihe bildet am Dienstag, 22. März, 19 Uhr, ein Vortrag über die „Enigmen aus der Ostsee“. Welche Rolle spielten sie im Zweiten Weltkrieg, wie funktionierten sie und wie können wir diese maritimen Funde restaurieren? Diesen und anderen Fragen gehen Restauratorin Corinna Mayer (Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen), Dr. Jochen Viehoff (Heinz Nixdorf Museumsforum, Paderborn) und Dr. Jann Witt (Deutscher Marinebund, Laboe) in dem Zoom-Vortrag nach.

Der Vortrag wird live über das Videokonferenzsystem „Zoom“ übertragen. Nach der Anmeldung sendet das Museum den Link für den Zugang zur Videoübertragung zu. Anmeldung erforderlich unter telefonisch 04621 813-222 oder per E-Mail service@landesmuseen.sh.

Als das Museum für Archäologie Schloss Gottorf 2019 und 2020 mehrere Chiffriermaschinen vom Typ Enigma erhielt, gab es nicht nur ein großes Medienecho – beständig wurde an das Museum die Frage gerichtet, wie man diese Objekte, die Jahrzehnte im Ostseewasser gelegen hatten, konservieren wolle.

Die „Enigma“ war ein elektromechanisches Verschlüsselungsgerät, das im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht eingesetzt wurde. Mit der Enigma glaubte die Kriegsmarine über eine unknackbare Methode zu verfügen, um Funknachrichten zu chiffrieren.

Vor allem in der sogenannten „Atlantikschlacht“ spielte die Enigma eine entscheidende Rolle für den Einsatz der deutschen U-Boote gegen die alliierten Geleitzüge. Der Enigma-Code wurde ab 1940 von der britischen Chiffrierstelle in Bletchley Park entziffert, so dass die Alliierten fortan in der Lage – mit einigen Unterbrechungen – waren, ab Juni 1941 an den U-Bootcode der Kriegsmarine zu dechiffrieren. Dies verschaffte den Briten und US-Amerikanern erhebliche Vorteile im Kampf gegen die Bedrohung der lebenswichtigen Seeverbindungswege im Atlantik durch die deutschen U-Boote.

Alle Hinweise, dass die Alliierten den U-Boot-Funkverkehr mitlesen konnten, wurden ignoriert. Zugleich war die Entschlüsselung des Enigma-Codes eines der am besten gehüteten Geheimnisse des Zweiten Weltkriegs. Erst 1974 wurde bekannt, dass es den Alliierten gelungen war, den deutschen Funkcode zu brechen und damit die deutsche U-Bootstrategie zu durchkreuzen.

Der Vortrag findet im Rahmen der Wintervortragsreihe des Museums für Archäologie Schloss Gottorf statt. Die Reihe steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Konserviert für die Ewigkeit? Die Herausforderung nach der Sensation“.  Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Archäologie Schloss Gottorf e.V. im Rahmen des Johanna-Mestorf-Kollegs.