WALK AGAINST WAR

WALK AGAINST WAR

15. März 2022 Aus Von Andreas Franke

Schleswiger demonstrieren für den Frieden in der Ukraine

Wunderschöne und liebevoll gestaltete Friedens-Plakate von unseren jüngsten Mitbürgern.

Über 300 Schleswiger Bürgerinnen und Bürger. Groß und Klein fanden sich am 12.03.2022 auf dem Capitolplatz ein, um ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine zu setzen und sich solidarisch zu zeigen. Diese Aktion und der anschließende Marsch der Demonstranten durch die Innenstadt in Richtung HEIMAT war der Auftakt zu dem später am Abend stattfindenden Charity-Konzerts „ROCK AGAINST WAR“ dessen Einnahmen komplett den in der nächsten Zeit zu erwartenden, aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen, zugutekommen soll, erklärt IHK Präsident Rolf Sörensen. Er rief die Anwesenden auf alle zusammen ein Zeichen gegen den Krieg zu setzen und wies ausdrücklich darauf hin, dass man nichts gegen „die Russen“ hätte und einer solchen Pauschalisierung keinen Raum gegeben werden darf. Der Protest richtet sich ausschließlich gegen das russische Regime, dass seine eigene Bevölkerung hinters Licht führt und dieses Regime gehört zur Rechenschaft gezogen und nur dieses. Bischof Margaard freute sich ebenfalls dabei zu sein und das so viele Menschen zusammen gekommen sind. Wir alle sind sehr erschüttert über die Ereignisse der vergangenen Wochen und er freue sich auf den gemeinsamen Zug durch die Stadt zur Heimat und dann reden wir weiter, sagte der Bischof am Ende seiner kurzen Begrüßung auf dem Capitolplatz.

Kurz darauf setzten sich die Demonstranten in Bewegung Richtung Freiheit, wo Bischof Margaard dann erneut das Wort ergriff und ausführlich auf das brutale Geschehen in der Ukraine einging. Eine Rede, die die Komplexität der aktuellen Situation aufzeigte und nachdenklich stimmte. Anschließend setzte Timsen mit zwei Songs zum Thema ein erstes musikalisches Zeichen an diesem Tag, was die Anwesenden mit entsprechendem Applaus honorierten. Bürgermeister Stephan Dose verlas danach die Worte des „WALK AGAINST WAR“-Mitorganisators Finn Petersen, der dies leider nicht selbst tun konnte, da er kurz zuvor an diesem Tag leider positiv auf Covid-19 getestet wurde. An dieser Stelle sei Finn ein milder Verlauf und eine baldige und vollständige Genesung gewünscht. Dies zeigte aber auch, wie wichtig der verlangte tagesaktuelle Test für die sichere Durchführung des nachfolgenden „ROCK AGAINST WAR“-Konzert war. Nur so konnte eine Veranstaltung ohne Bestuhlung, Mindestabstand und Mund-Nase-Schutz organisiert und durchgeführt werden. Anschließend teilte Stephan Dose seine eigenen Gedanken und die Sicht der Stadt Schleswig auf die Situation mit. Wir haben Krieg in Europa und das kann ich bis heute nicht begreifen, sagt der Bürgermeister sichtlich betroffen. Menschen sterben, Menschen fliehen, in Russland werden Menschen festgenommen und verschwinden in Gefängnissen, weil sie für den Frieden demonstriert haben und niemand weiß ob, oder wann man sie wieder kommen. Die Pressefreiheit wurde eingeschränkt und neue Gesetze erlassen, Journalisten werden bis zu 15 Jahren Haft angedroht, falls sie die Wörter Krieg oder Invasion verwenden. Im Angesicht dieser Zustände sei er froh in einem Land zu leben, dass eine funktionierende Demokratie darstellt und in dem Pressefreiheit herrscht und dass es uns einfach gut geht. Darüber sollten wir alle froh und dankbar sein, so der Bürgermeister. In Schleswig leben seit langer Zeit Menschen mit russischen und ukrainischen Pässen friedlich miteinander, er wünsche sich und hofft, dass dies auch in der Zukunft so bleibt und dass der Krieg sich nicht in den Ort trägt und wir alle können dazu beitragen, sagt Herr Dose weiter. Wir wissen, dass auch aus ihrer Heimat vertriebene Ukrainer nach Schleswig kommen werden und man arbeitet Hand in Hand mit verschiedensten Organisationen, um den Ankommenden eine vernünftige Infrastruktur und Unterkünfte anbieten zu können. Man sei so gut Vorbereitet, wie es irgendwie geht, erklärt der Bürgermeister. Auch wenn man die Vertriebenen Menschen zunächst in Gemeinschaftsunterkünften unterbringen muss, sollen sie doch möglichst schnell in eigenen Wohnungen untergebracht werden und man erlebe zurzeit in Schleswig eine große Welle der Solidarität, wie auch im ganzen Kreisgebiet. Viele Menschen möchten sich mit Sachspenden beteiligen, Stephan Dose bittet darum dies möglichst an zentraler Stelle zu tun, z.B. bei der AWO. Auch die Tafel ist bereits aktiv. Wer Wohnraum zur Verfügung stellen kann, möge sich an die Stadtverwaltung oder auch an ihn persönlich wenden, die Angeboten werden dann an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Abschließend dankte der Bürgermeister den Organisatoren und anwesenden Bürgerinnen und Bürgern, für dieses deutliche Zeichen und die großartige Veranstaltung gegen den Krieg, für den Frieden und Solidarität. Woraufhin Sylwia Timoti und Jonny Möller mit einer instrumentalen Version von „Sag mir wo die Blumen Stehen“, den „WALK AGAINST WAR“ musikalisch beendeten und das Konzert „ROCK AGAINST WAR“ einläuteten, über das wir an dieser Stelle noch ausführlich Berichten werden. Nur ein vorweg, es war eine großartige Veranstaltung mit tollen, motivierten regionalen Bands, die man leider mangels entsprechender Auftrittsmöglichkeiten in unserer Stadt viel zu selten zu sehen bekommt.

Capitolplatz:
00:00 Rede Rolf Sörensen – 04:39 Rede Bischof Margaard – 05:00 BBZ Ukraine-Buttons

HEIMAT (Auf der Freiheit):
05:55 Rede Bischof Margaard – 14:50 Timsen – 22:38 Rede Bürgermeister Stephan Dose – 29:33 Sylwia Timoti & Jonny Möller