Dänische Jahrestreffen: Eine Erfolgsgeschichte

Dänische Jahrestreffen: Eine Erfolgsgeschichte

13. Juni 2022 Aus Von Andreas Franke

Nachdem die Jahrestreffen die letzten zwei Jahre abgesagt beziehungsweise nur in sehr eingeschränkter Form stattfinden konnten, war die Wiedersehensfreue groß, als die dänische Minderheit am Wochenende die traditionellen Jahrestreffen hielten.

Mehr als 15.000 Teilnehmer waren dabei, als die dänische Minderheit am Wochenende die traditionellen Jahrestreffen („Årsmøder“) hielten.

Von Freitag bis Sonntag trafen sie Dänischgesinnte und andere Gäste bei mehr als 40 regionalen Veranstaltungen sowie drei Großveranstaltungen. An einigen Stellen – wie beispielsweise in Hattstedt war die Wiedersehensfreude so groß, dass Besucherrekorde gebrochen wurden.

An einem sonnenverwöhnten Wochenende boten die Jahrestreffen alles, was zu den traditionellen Veranstaltungen gehört: Spielmannszüge, Beisammensein, Gespräche, Essen, Unterhaltung, Gesang, sehr viel Freude und Grußworte.

In Flensburg bedeutete das Jahrestreffen auch einen Abschied. Henrik Dam Kristensen, Vorsitzender des dänischen Folketings, überreichte sein letztes Grußwort des dänischen Parlaments. Er hat die Minderheit über Jahre und in verschiedenen Funktionen begleitet, aber da er bei der nächsten Wahl nicht kandidiert, war auch ein wenig Wehmut in seiner Rede.

– Ich werde die starke Gemeinschaft hier vermissen. An wenigen Orten fühle ich mich so dänisch wie bei den Jahrestreffen hier in Flensburg, sagte Henrik Dam Kristensen, und hob mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine die positive Entwicklung im Grenzland hervor.

– Dänemark und Deutschland haben zusammen Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass die Minderheiten nördlich und südlich der Grenze ihre Sprache und Kultur ausleben können. Denn Demokratie kennzeichnet sich nicht nur dadurch, dass die Mehrheit bestimmt. Es geht auch darum, dass die Starken ihre Macht zu teilen vermögen. Dass sie Minderheiten Platz geben und zu Wort kommen lassen, hielt Henrik Dam Kristensen fest.

Zudem dankte er der Minderheit für den unermüdlichen Einsatz, was Schleswig-Holsteins Europaminister Claus Christian Claussen untermauerte.

– Seit Jahrzehnten tragt ihr zum Frieden im Grenzland bei, sagte Claussen, woraufhin er auf die kulturelle Bedeutung der Minderheit ansprach.

– Wenn wir morgen keine Minderheit in Schleswig-Holstein hätten, so wäre das Land um vieles ärmer. Für uns ist die kulturelle Vielfallt ein hohes Gut, auf das wir stolz sind und das wir schützen und bewahren wollen, so der Europaminister.

Die „Årsmøder“ finden 2022 zum 97. Mal statt. Sie wurden zum ersten Mal 1921, ein Jahr nach der Volksabstimmung und Grenzziehung von 1920, durchgeführt. Seitdem mussten nur vier Jahrestreffen abgesagt werden.