Der Schleswiger Dom – ein Gang durch seine Geschichte

Der Schleswiger Dom – ein Gang durch seine Geschichte

6. August 2022 0 Von Andreas Franke

Eine Buchveröffentlichung von Paul Nawrocki

Autor Paul Nawrocki und Klaus Nielsky (Vorsitzender der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte) präsentieren das neue Buch „Der Schleswiger Dom – ein Gang durch seine Geschichte“. Foto: Andreas Franke

Die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte hat ein neues spannendes Buch herausgegeben. Paul Nawrocki bringt uns in seinem Buch „Der Schleswiger Dom – ein Gang durch seine Geschichte“ auf 176 Seiten viele spannende Details über die historische Entwicklung des Sakralbaus näher. Das Buch schließt eine deutliche Lücke zwischen kurzen Domführern und dem 1966 erschienenen Inventarband „Die Kunstdenkmäler der Stadt Schleswig, Band 2, Der Dom und der ehemalige Dombezirk“ von Dietrich Ellger, beleuchtet dabei auch historische und politische Hintergründe und ist damit auch kein reiner Dom- oder Fremdenführer, sagt Klaus Nielsky. Außerdem kann man, mit dem Buch in der Hand, den Schleswiger Dom einmal ablaufen, um vor Ort den reichen Schatz an historischen und neuen Kunstwerken zu entdecken, sagt der Vorsitzende der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte weiter. Ein solches Buchprojekt ist kostenintensiv und Klaus Nielsky weist an dieser Stelle explizit darauf hin, dass dieses Buchprojekt ohne die Unterstützung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein kaum zustande gekommen wäre. Ohne Geld ist alles nichts, meint Nielsky. Die technisch Umsetzung des Buches übernahm das Schleswiger Unternehmen Dreisatz GmbH, mit dem man schon viele Jahre zusammenarbeitet und mit dessen Arbeit man auch bei diesem Projekt wieder sehr zufrieden war. Ein solches Buchprojekt ist kostenintensiv und Klaus Nielsky weist an dieser Stelle explizit darauf hin, dass dieses Buchprojekt ohne die Unterstützung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein kaum zustande gekommen wäre. Ohne Geld ist alles nichts, meint Klaus Nielsky.

Wie kam es zu diesem Buchprojekt?

Im März des vorherigen Jahres ging Autor Paul Nawrocki durch den Stadtweg und entdeckte in einer örtlichen Buchhandlung einen Band über das Schleswiger St.-Johanniskloster von Michael Radtke (Schleswig und sein St.-Johanniskloster) und sofort wurde ihm klar, dass es ein solches Buch über den Dom überhaupt nicht existent ist. Ich habe das noch beim Shopping meiner Frau erzählt, die skeptisch war, aber ich habe es dann gemacht, mit dem Hintergrund, dass ich mich schon in der Vergangenheit immer wieder mit dem Dom beschäftigt habe, erzählt Paul Nawrocki. Das bereits erwähnte Buch von Dietrich Ellger, dass bisher als Standartwerk galt, war dabei für mich an gewissen Stellen nicht plausibel, was ich mir erlaube zu in meinem Buch zu korrigieren und mit neuen Erkenntnissen zu erweitern, so der Autor weiter. Etwas naiv sei er bei der Annahme gewesen, mit seinem Buch in eine Lücke zu stoßen und dass sich ein zukünftiger Verlag danach die Finger lecken müsse, dem war leider nicht so. Den angeschriebenen Verlagen ging es gar nicht um den Inhalt, sondern einzig und allein darum, wieviel sich damit umsetzten ließe. Verlage sind halt Wirtschaftsunternehmen und so ist man froh die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein mit an Bord zu haben. Zusammen mit der Dreisatz GmbH und der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte wurde das neue Buch dann letztendlich eine Runde Sache, sagt Paul Nawrocki.

Über den Inhalt des Buches

Nach einem Grußwort von Klaus Nielsky und dem Vorwort von Gothart Margaard, unserem derzeitigen Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, gibt es einführende Informationen zur Vorgeschichte, der (dürftigen) Quellenlage und einen ersten Überblick über das historische Gebäude, gefolgt von den Kapiteln zur mittelalterlichen Baugeschichte und ihren Rätseln, sowie Einbauten und Ausstattungen (Altäre, Lettner, Gestühle, Skulpturen, Grablegen) im Spätmittelalter. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit der Reformation und dem Gottorfer Staat, dem das Kapitel „Der Hohe Chor als Gottorfer Ruhmeshalle“ folgt. Hier wird man zum Beispiel über die Grabmäler von König Friedrich I, der nach der ersten Landesteilung (1490) als Herzog auf Gottorf residierte und als dänischer König (1523-1533) diese Residenz weiter ausbaute, sowie von Bischof Friedrich (jüngster Sohn von König Friedrich I) der schon 1556 mit nur 27 Jahren starb und dessen 7,4 Meter hohes Wandgrab für den Besucher nicht sichtbar ist, da es seit 1666 vom Bordesholmer Altar verdeckt wird, informiert. Beim darauf folgenden Kapitel geht es dann um den Dom als Gemeindekirche in der Gottorfer Zeit, in dem die Kanzel, das Gemeindegestühl und die Gemeindealtäre, die Orgel, die Epitaphien, Gruftkapellen, Sarkophage, sowie Grabplatten und unterirdische Grüfte thematisiert werden, gefolgt von einem Kapitel über den Dom in der dänischen Zeit (1713-1864) und dem abschließenden Kapitel „Der Dom seit 1867“, bei dem es unter anderem um den Turmbau (1888-1894), die Entdeckung und Restaurierung der Mittelalterlichen Malereien, die neuen Fenster, die Turmsanierung, die Orgel und den Schwahl als ständiges Problem geht.

Das ganze Buch wurde wunderbar und durchgängig bebildert und der überwiegende Teil der aktuellen Fotos wurden von Paul Nawrocki selbst geschossen. Das Hardcover-Buch macht einen wertigen Eindruck und Lust auf die Lektüre und ist ganz sicher für alle ein Muss, die sich auch nur ansatzweise für unsere Stadtgeschichte und die Geschichte unseres schönen Doms interessieren.

Erhältlich ist das Buch „Der Schleswiger Dom – ein Gang durch seine Geschichte“ (ISBN 9783982477008) im neuen Dom-Shop, im örtlichen Buchhandel und in der Keramikstube in der alten Apotheke am Rathausmarkt. Es kostet 24,80 €.