Auf den Wikingertagen 2022

Auf den Wikingertagen 2022

16. August 2022 Aus Von Andreas Franke
Foto: Andreas Franke

Nach zu langer Pause, jeder weiß warum, fanden am vergangenen Wochenende wieder unser großes Wikinger-Event auf den Königswiesen statt. Bei strahlendem Sonnenschein konnten die Besucher endlich wieder eine Reise in die Wikingerzeit unternehmen und miteinander feiern. Direkt an der Schlei, gegenüber dem UNESCO Welterbe Haithabu, das einst vor 1000 Jahren die wichtigste Wikingersiedlung Nordeuropas war. Geboten wurde auch in diesem Jahr wieder allerhand, zuallererst wären da natürlich das Wikingerdorf und die Kampfarena zu nennen. Im Wikingerdorf konnte man allerlei zeitgenössisches Handwerk bestaunen zum Beispiel Pfeil- und Bogenbau, eine Drechslerei, einen Steinmetz, das Färberhandwerk und vieles mehr.

Kunsthandwerk vom Feinsten

Besonders interessant fand ich in diesem Jahr die Ausstellung von Lars Jensen aus Selk. Seine authentischen und einst verarbeiteten Exponate sind schon ein echter Hingucker. Kunsthandwerk auf höchstem Niveau, nach originalen Vorbildern und einfach wunderschön. Eine solche Arbeit benötigt bei ihrer Herstellung viel Zeit und so darf man Lars schon mal mehrere tausend Euro für eines seiner feinen Schwerter oder Äxte überreichen. Seine Arbeiten sind zweifellos jeden einzelnen Euro wert. Lars macht sich übrigens Sorgen über den fehlenden Nachwuchs und bietet entsprechende Kurse an, in denen man sein Handwerk erlernen kann.

Herrliche Greifvogel-Vorführungen

Enis ist leider auf den Königswiesen entflogen.

Ganz großartig fand ich auch die Greifvogel-Vorführungen in der Kampfarena, hier erfuhren die Besucher wirklich eine Menge über die verschiedenen Greifvögel und ihren Einsatz bei der Jagd. Alles sehr verständlich und kurzweilig vorgetragen, gerade auch für die kleinen Besucher äußerst spannend, denn wo hat man schon mal die Gelegenheit diese wundervollen Tiere aus nächster Nähe betrachten? Trauriger Weise ist der Asgaad Pferdeshow und Falknerei einer ihrer Vögel auf den Königswiesen entflogen und wird immer noch gesucht. Enis, so heißt der Vogel wurde aber schon in Nübel lebend und wohlauf gesichtet, konnte allerdings noch nicht wieder eingefangen werden. Wer Enis sichtet wendet sich doch bitte direkt an die Falknerei per Telefon (01755608710), E-Mail (info@mobile-tierschule.de) oder auch per Facebook-Messenger. Also bitte helft alle mit das Enis wieder nach Hause kommt und haltet eure Augen in Schleswig und Umgebung auf! Vielen dang im Voraus für eure Mithilfe.

Showdown in der Kampfarena

Ganz klar einer der Publikumsmagnete auf den Wikingertagen sind in jedem Jahr erneut die Wikinger-Showkämpfe in der Arena am Schleiufer. Hier ging es auch in diesem Jahr hoch her und trotz der erbarmungslosen Hitze am vergangenen Wochenende gaben die Kämpfer alles, zum Teil sogar in voller und dicker Kriegsmontur. Dem kann man nur Respekt zollen, denke ich. Aber die Wikinger-Darsteller hatten offenbar trotzdem ihren Spaß bei den Kämpfen, dass Publikum sowieso.

Zwergensturm auf den Schildwall

Ein echter Wikinger hat eigentlich vor nichts Angst, nur vor einem Gegner scheint er zumindest ein gehöriges Maß an Respekt zu haben, und zwar vor einer blutrünstigen und gnadenlos angreifenden Zwergen-Armee! Der Angriff auf den Schildwall der Wikinger in der Kampfarena ist immer wieder ein Heidenspaß für die kleinen Besucher der Wikingertage und noch nie konnte ein Schildwall ihrer Attacke standhalten, das war auch in diesem Jahr nicht anders. Der Sieg der Lütten wurde von riesigem Applaus aus den Zuschauerrängen honoriert.

Kampfschnecke und freundliche Wikinger

Eine eiserne Wikingerkampfschnecke aus Slowenien. 🙂 Foto: Andreas Franke

Bei meinem Besuch des Wikinger-Dorfes stieg mir der unwiderstehliche Geruch von einem gegrilltem Stück Fleisch in die Nase. Also kurz umgeschaut und schnell die Quelle des Wohlgeruches geortet. Vor einem Zelt schmorte das riesige Stück Tier auf einem Rost über offenem Holzfeuer. Doch Obacht! Das so herrlich duftende Grillgut wurde von einer eisernen Wach- und Kampfschnecke bewacht, die etwaiges Diebesgesindel auf Abstand hielt. 😉 Aber der Herr des wachsamen kriechenden Weichtiers zeigte Mitleid mit mir, pfiff es zurück und lud mich ein an ihrer Tafel im Schatten ihres Zeltes und bei einem gut gekühlten Bierchen neue Kräfte zu sammeln. Das war mir auf den Wikingertagen noch nie passiert, dass ich auf so gastfreundliche Wikinger getroffen bin, und so kamen wir ins Gespräch. Die Truppe (Maistri-Marpurgi) hatte eine 17 Stunden lange Anreise im Auto auf sich genommen, um bei den Wikingertagen in Schleswig dabei zu sein. Zum ersten Mal sind sie aus ihrer Heimat Slowenien an die Schlei gekommen und waren sehr begeistert von der Veranstaltung und auch von unserer schönen Region und ihrer Historie. Die Wikinger aus dem kleinen Land im Süden Europas sprachen übrigens sehr gut Deutsch und so haben wir uns eine ganze Weile über dies und das und das Geschehen in der Welt unterhalten, was ich einfach wunderbar fand. Für mich war das mein persönliches Highlight auf den Wikingertagen und werde sicherlich noch lange und gern an diese Gastfreundschaft zurückdenken.

WikingerTampenTrekken

Zum zweiten Mal fand auf den Wikingertagen, dass vom Stadtmarketing Schleswig organisierte Tauziehen statt. Ein großer Spaß für die teilnehmenden Wettkämpfer und nicht zuletzt auch für das anwesende Publikum. In brütend heißer Sommerhitze gaben die Teams alles was möglich war und gaben sich keine Blöße. Anpacken und Gegenhalten war hier die Devise, wild und lautstark angefeuert von den großen und kleinen Besuchern der Wikingertage. Schiedsrichter und Moderator war Helge Schütze und er war dabei ganz offensichtlich in seinem Element, gab Kommandos und interviewte in launiger Art und Weise den einen und anderen der Wettkämpfer. Diese wiederum zeigten enormen Kampfgeist und gleichzeitig Respekt und Fairness gegenüber den konkurrierenden Teams. Gute und kurzweilige Unterhaltung kann manchmal so einfach sein, oder?

Eindrücke von den Wikingertagen

Was gibt es sonst noch zu erzählen? Auf meine Nachfrage bei den anwesenden Sanitätern am Samstagabend hieß es, dass es außer der Ausgabe des einen oder anderen Pflasters, weil sich Besucher Blasen gelaufen hatten, gab es keine „Einsätze“. Auch meine Befürchtungen, im Angesicht der extremen Temperaturen und brennender Sonne, bestätigten sich nicht. Die Sanitäter hatten „Langeweile“ und so haben sie es am liebsten. 🙂

Nun, wie immer zum Schluss ein paar fotografische Eindrücke von den Wikingertagen 2022 in Schleswig.