IHK-Vollversammlung stimmt DIHK-Resolution zur Energiekrise zu

IHK-Vollversammlung stimmt DIHK-Resolution zur Energiekrise zu

7. Oktober 2022 Aus Von Andreas Franke

Die Vollversammlung der IHK Flensburg hat Forderungen ihres Dachverbands zu sofortigen Entlastungen für Unternehmen in der Energiekrise auf ihrer gestrigen (8.10.) Sitzung zugestimmt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte hierzu Ende September eine Zehn-Punkte-Resolution zur Abstimmung gestellt. „Unsere Wirtschaftsstruktur und unser Wohlstand in Deutschland geraten zunehmend in Gefahr – Produktionsstopps, Wertschöpfungsverluste und die Verlagerung von Produktion ins Ausland sind die Folgen“, heißt es in dem Papier. Unter der Prämisse, dass die zehn enthaltenen Forderungen ausschließlich für die Dauer der Krise gelten sollten, stimmten die Mitglieder des höchsten Gremiums der IHK Flensburg allen Punkten zu.

IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen: „Egal welche Branche – Geschäftsmodelle wanken, wenn sich Energiepreise vervielfachen und gestiegene Kosten nicht an die Kunden weitergereicht werden können. Die effektivste Maßnahme bei knappem Angebot ist, das Angebot auszuweiten.“ Deshalb sei es sinnvoll, kurzfristig alle verfügbaren Kraftwerke wieder ans Netz zu nehmen. Damit könnten mehr als sieben Gigawatt zurück in den Markt geholt werden. Zwar habe die Bundesregierung dies bereits beschlossen; in der Praxis seien daran aber so viele Vorgaben und Einschränkungen geknüpft, dass es nicht funktioniere. Laut DIHK müsse alles, was Verunsicherung schüre und Bürokratie bedeute, angesichts der sehr ernsten Lage aus dem Weg geräumt werden. Dies gelte auch für Zusatzkosten wie zum Beispiel Stromumlagen. Sie sollten zur Entlastung der Wirtschaft aus dem Bundeshalt finanziert werden.

In seiner Einschätzung der Krisensituation aus politischer Sicht betonte Johannes Grützner, Abteilungsleiter Klimaschutz und Energiewende im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein, drohende Insolvenzen von Unternehmen und vor allem auch von Versorgern wie Stadtwerken müssten unbedingt abgewendet werden. Letztere können bereits jetzt Hilfsprogramme in Anspruch nehmen; ein bürokratiearmes Darlehensprogramm für die Wirtschaft sei in Vorbereitung. Von einer sehr kritischen Lage vieler Unternehmen angesichts explodierender Energiekosten berichtete Stefan Klockner, Geschäftskundenbetreuer der Stadtwerke Husum GmbH. Vielen gewerblichen Kunden habe man Versorgungsverträge kündigen müssen, um für das kommende Jahr neue Verträge mit realistischen Preisen abschließen zu können – andernfalls drohe den Stadtwerken selbst die Insolvenz.

„Politisches Handeln ist dringend gefragt. Es müssen schnelle und praxisnahe Entscheidungen getroffen werden, um das Schlimmste abzuwenden“, so der Appell von IHK-Präsident Rolf-Ejvind Sörensen. „Es ist unerlässlich, dass sich Vertreter von Politik und Wirtschaft an einen Tisch setzen, um schleunigst gangbare Wege aus der komplexen Krisenlage zu finden“, betonte er abschließend.

DIHK-Resolution zur Energiekrise

https://www.ihk.de/schleswig-holstein/news/startseite-old/energiekrise/forderungen-ihk-5634384